Titel: Ueber J. Natanson's empfindliche Reaction auf Eisen; von Dr. E. Erlenmeyer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 175/Miszelle 5 (S. 84)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj175/mi175mi01_5

Ueber J. Natanson's empfindliche Reaction auf Eisen; von Dr. E. Erlenmeyer.

Natanson beschreibt seine Reaction (polytechn. Journal Bd. CLXXII S. 464) mit folgenden Worten:

„Die kleinsten Spuren von Eisenoxydsalzen, die mittelst Rhodankalium nur durch eine zweifelhafte gelbliche oder auch keine wahrnehmbare Färbung der Flüssigkeit angezeigt werden, können ausgezeichnet schön und deutlich nachgewiesen werden, wenn man nach Zusatz von Rhodankalium aus die Eisenoxydsalze enthaltende, kaum oder gar nicht gefärbte Flüssigkeit etwas Aether gießt und schwach schüttelt. Der Aether löst die ganze Menge des gebildeten Eisenrhodanids und färbt sich dabei sehr schön rosenroth.“

„Die Färbung ist bei geringen Spuren ähnlich der, welche kleine Jodmengen dem Chloroform verleihen. Bei größeren Quantitäten von Eisenrhodanid ist sie natürlich blutroth.“

Der Verfasser meint, daß dieses Verfahren besonders sehr geeignet sey, um Spuren von Eisen in durch fremde Substanzen gelblich gefärbten Flüssigkeiten zu entdecken. Er hat mit Hülfe desselben in Platinchlorid und in Schwefelsäure Eisen nachgewiesen, nachdem alle bekannten Reactionen negative Resultate gegeben hatten.

Da Natanson's Mittheilung in viele Zeitschriften übergegangen ist, so halte ich es für zweckmäßig darauf aufmerksam zu machen, daß seine Reaction unter bestimmten von ihm selbst nicht näher angegebenen Bedingungen nicht zum Vorschein kommt. Wenn man nämlich zu einer sehr verdünnten Eisenchloridlösung einen Tropfen einer concentrirten Schwefelcyankaliumlösung hinzufügt, so kann der Fall eintreten, daß die Flüssigkeit vollkommen farblos bleibt oder sogar schwach weiß getrübt wird. Setzt man dann Aether hinzu, so tritt keine Spur von Färbung ein. Fügt man dann aber einen Tropfen Salzsäure hinzu, und schüttelt, so erscheint die Reaction, aber noch sehr schwach; gibt man nun weiter einige Tropfen Schwefelcyankalium zu, so kann die Reaction noch bedeutend verstärkt werden.

Die Färbung des Aethers bei mehr Schwefelcyaneisen ist nicht blutroth, sondern tief Purpurroth. Setzt man dem roth gefärbten Aether viel Schwefelcyankalium zu, so verschwindet die Färbung vollständig. Ebenso verhält sich weinsaures Natronkali und wahrscheinlich auch die Salze der Traubensäure und Aepfelsäure, wie Delffs (Jahresbericht 1859, S. 210) sowie der Citronsäure wie Spiller (Jahresbericht 1857, S. 570), beziehungsweise Delffs (a. o. a. O.) für die wässerige Lösung nachgewiesen hat. Selbst essigsaures Natron schwächt die Reaction bedeutend. Setzt man andererseits einer Eisenchloridlösung viel Salzsäure und nachher Schwefelcyankalium zu, so kann die Färbung des Aethers derjenigen sehr ähnlich werden, welche eine ätherische Bromlösung zeigt. Durch Verdünnen mit Wasser geht die gelbe Färbung in Rosenroth über. (Zeitschrift für Chemie und Pharmacie, 1864 S. 637.)

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