Titel: Das Meggener Schwefelkieslager.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 175/Miszelle 5 (S. 166–167)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj175/mi175mi02_5

Das Meggener Schwefelkieslager.

Das Schwefelkieslager bei Meggen, 1/4 Stunde unterhalb der Ruhr-Sieg-Bahn, Station Altenhunden, wurde im Jahre 1852 aufgefunden, und wird als eines der großartigsten Erzvorkommnisse von Deutschland geschildert. Die Lagerstätte tritt in Begleitung von mächtigem Schwerspath in dem sogenannten Kramenzel auf, ist dem Streichen nach auf 2000 Lachter Länge bekannt und wechselt in der Mächtigkeit von 3/4–3 Lachter und darüber. Das allgemeine Streichen des Lagers ist h. 4,2, sein Einfallen südöstlich mit einer Neigung, die zwischen 24 und 65° schwankt. Es folgt im Streichen von dem Lennefluß aus einem tiefen Gebirgseinschnitt und ist mit dem tiefen Carolinenglücker Erbstolln schon bei 13 Lachter Länge noch 1 Lachter mächtig überfahren, so daß das Niedersetzen bis unter die Thalsohle evident nachgewiesen ist. Der Schwefelkies, sogenannter Graueisenkies, kommt nur ganz derb frei von Arsenik vor, ist seiner chemischen Zusammensetzung nach in allen Teufen gleichartig und enthält

Schwefel 47,50
Eisen 43,55
Kohle 0,32
Kieselerde 8,22

Schon seit mehreren Jahren fabriciren die chemischen Fabriken von Rheinland und Westphalen Schwefelsäure aus Meggener Kies, während selbige früher nur sicilianischen Rohschwefel verbrauchten.

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Die jetzige Förderung erreicht 800,000 Centner per Jahr, von welchem Quantum die inländischen Fabriken nur etwa 300,000 Centner consumiren, während 500,000 Centner über den Canal nach England wandern, um den großartigen Sodafabriken zu Newcastle als Material zur Darstellung der Säure zu dienen. Hierbei wird darauf hingewiesen, daß Preußen, trotzdem es im Besitze der wichtigsten Factoren für Sodafabrication ist, dennoch 2/3 seines Bedarfs an Soda von England bezieht.

Nach mäßiger Voraussetzung wird die oberhalb der Thalsohle anstehende Erzmasse des Lagers auf circa 85,000,000 Ctr. geschätzt. Wie tief die Erze unter die Thalsohle niedersetzen, ist noch unbekannt. (Berggeist, 1864, Nr. 79.)

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