Titel: Verordnung der Pariser Polizeipräfectur über den Gebrauch des Petroleums.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 175/Miszelle 6 (S. 167)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj175/mi175mi02_6

Verordnung der Pariser Polizeipräfectur über den Gebrauch des Petroleums.

Das gereinigte Petroleum ist fast farblos. Der Liter darf nicht weniger als 800 Gramme wiegen (spec. Gewicht 0,800). Es darf sich nicht unmittelbar durch die Berührung mit brennenden Körpern entzünden. Um diese wesentliche Eigenschaft festzustellen, gießt man etwas Petroleum in eine Untertasse und berührt die Oberfläche der Flüssigkeit mit einem brennenden Schwefelholz. Wenn das Petroleum vollständig von den leichten sehr brennbaren Oelen befreit ist, entzündet es sich nicht, und selbst, wenn man das brennende Zündhölzchen hineinwirft, erlischt dasselbe, nachdem es einige Zeit fortgebrannt hat. – Jedes Mineralöl, das diese Probe nicht aushält, ist als gefährlich zu verwerfen.

Die Brennbarkeit selbst des brauchbaren Petroleums ist sehr groß, besonders, wenn poröse Stoffe, Gewebe, Papier etc. damit durchtränkt sind. Seine Aufbewahrung und Handhabung erfordert daher große Vorsicht.

Lampen. Eine zum Brennen von Petroleum bestimmte Lampe darf keinen Sprung, keine Fehlstelle besitzen, durch welche Petroleum nach außen dringen und sich an dem brennenden Dochte entzünden könnte. Das Reservoir muß mehr Oel enthalten, als man an einem Abend verbrennt, damit es sich nicht ganz entleert und mit den Dünsten des Petroleums füllt, oder ein Nachfüllen bei Lampenlicht nöthig macht.

Um den Stand des Oeles im Reservoir leicht ermitteln zu können, sind die Behälter aus Glas oder Porzellan, d.h. aus durchsichtigen Substanzen vorzuziehen. Die Wände müssen hinreichend dick, der Brennerkopf nicht bloß aufgesetzt, sondern mit einem in Petroleum unlöslichen Kitt (Gyps und Gummi) aufgekittet seyn. Der Fuß der Lampen muß hinreichend breit und schwer seyn, damit die Lampe nicht leicht umgeworfen werden kann. Beim Gebrauch der Lampen muß man das Reservoir vor dem Anzünden fast vollständig füllen und dann sorgfältig verschließen. Ist das Petroleum verbraucht, so muß man die Lampe auslöschen und abkühlen lassen, ehe man sie öffnet und von Neuem füllt; wenigstens muß man beim Füllen einer noch warmen Lampe sich hüten, mit Licht in die Nähe zu kommen.

Wenn der Cylinder einer Lampe zerbricht, muß man sie sofort auslöschen, indem sich die Metalltheile sonst leicht so stark erhitzen können, daß sich Dämpfe im Reservoir bilden, die sich an der Flamme entzünden und eine Explosion veranlassen können. Zum Löschen des brennenden Petroleums ist Wasser weniger geeignet, als Erde, Asche, Sand. Bei Verbrennungen durch Petroleum thut man wohl, bis zur Ankunft des Arztes die verbrannten Theile mit in kaltes Wasser getauchten Tüchern zu bedecken. (Cosmos)

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