Titel: Nachweisung von Jod, Brom, Chlor in organischen Substanzen; von Dr. Emil Erlenmeyer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 175/Miszelle 5 (S. 245–246)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj175/mi175mi03_5

Nachweisung von Jod, Brom, Chlor in organischen Substanzen; von Dr. Emil Erlenmeyer.

Ich bin in den letzten Jahren häufig in der Lage gewesen, flüssige organische Verbindungen, welche aus Jodüren dargestellt waren, auf einen Rückhalt an letzteren zu prüfen und habe mich dazu folgender höchst einfacher Manipulation bedient.

Von der zu untersuchenden Flüssigkeit bringe man auf bekannte Weise einige Tropfen in den langen Schnabel eines sogenannten Kügelchens, wie man sie zur Aufnahme von Flüssigkeiten benutzt, die der organischen Elementaranalyse unterworfen werden sollen. Das so vorbereitete Kügelchen schiebe man, den offenen Schnabel nach unten gerichtet, in ein gewöhnliches Proberohr, dessen Boden man auf einer freien Lampe zum schwachen Glühen erhitzt. Läßt man nun die Flamme auf den Theil des Proberohrs, wo das geschlossene Ende des Kügelchens liegt, wirken, so ergießt sich die |246| Flüssigkeit in das Rohr und zersetzt sich an dem glühenden Boden, indem das Jod daraus frei wird.

Ist der Gehalt der Flüssigkeit an Jodür nicht zu gering gewesen, so läßt sich auf einem weißen Hintergrund oder beim Einsehen von oben ganz deutlich violetter Joddampf erkennen. Ist die Menge sehr unbedeutend, so läßt sich immer noch mit Hülfe eines mit feuchtem Stärkekleisterpapier umwickelten Glasstabes, den man in das Centrum des Proberohrs einführt, Jod nachweisen. Ich habe diese Manipulation sehr häufig in Anwendung gebracht und sie hat mich niemals im Stich gelassen.

Auch brom- und chlorhaltige Flüssigkeiten lassen sich in ähnlicher Art untersuchen, man braucht nur nach der Zersetzung der organischen Substanz etwas Wasser in das Proberohr zu bringen, oder die Mündung desselben unter Wasser, das sich in einem anderen Proberohr befindet, zu tauchen, die gebildete Brom- oder Chlorwasserstoffsäure löst sich auf und läßt sich in der, wenn nöthig, filtrirten Lösung mit Silberlösung, beziehungsweise mit Chlorwasser und Aether oder Chloroform nachweisen. Auch feste Substanzen lassen sich auf die Halogene prüfen, indem man sie auf den erhitzten Boden des Proberohrs streut und im Uebrigen wie angegeben verfährt. (Zeitschrift für Chemie und Pharmacie, 1864 S. 638.)

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