Titel: Ueber das Wild'sche Saccharometer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 175/Miszelle 7 (S. 246–247)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj175/mi175mi03_7

Ueber das Wild'sche Saccharometer.

Hr. Dr. C. Scheibler hat das im polytechn. Journal Bd. CLXXIV S. 146 näher beschriebene neue Polarisations-Instrument von dem Verfertiger desselben, Hrn. Hofmann in Paris bezogen, um dasselbe im Auftrage des Directoriums des Rübenzucker-Vereins einer eingehenden Prüfung auf seine Verwendbarkeit zu Zwecken der praktischen Zuckerfabrication zu unterwerfen, worüber er seinen Bericht in der Zeitschrift des Vereins für die Rübenzucker-Industrie im Zollverein, Octoberheft 1864, S. 797 veröffentlicht hat.

Aus den von ihm mit größter Sorgfalt mit dem Wild'schen Instrument angestellten Versuchen und den Resultaten der Parallelversuche, welche für dieselben Zuckerlösungen unter Benutzung eines Soleil'schen Saccharometers erhalten wurden, geht |247| hervor, daß beide Saccharometer unter gleichen Umständen, d.h. auf gleiche Rohrlängen bezogen, etwa dieselbe Genauigkeit besitzen.

Ein Vorzug, worauf das Wild'sche Instrument schon in seiner jetzigen Form und Einrichtung Anspruch machen kann, ist folgender: Die Einstellung auf das Verschwinden der Interferenzfransen ist für das Auge viel weniger ermüdend und angreifend, als das Einstellen auf gleichen Farbenton zweier Quarzplatten, was namentlich für Praktiker, die täglich eine große Zahl von Zuckersäften zu untersuchen haben, von großer Bedeutung ist; ja es scheint sogar, daß Augen, die für Farben ganz unempfindlich sind, sogen, farbenblinde Augen, welche also weder das Soleil'sche noch Mitscherlich'sche Instrument benutzen können, dennoch mit dem Wild'schen zu arbeiten vermögen.

Uebrigens bedarf das Wild'sche Instrument noch sehr der Vervollkommnung, ehe es den Anforderungen der praktischen Zuckerfabrikanten entsprechen dürfte, und zwar bleibt zu wünschen:

1) daß dem Instrumente Beobachtungsröhren von mindestens 200 Millimeter Länge gegeben werden;

2) daß eine Compensations-Vorrichtung durch Quarzplatten geeigneter Dicke, behufs Untersuchung concentrirterer Zuckerlösungen dem Instrumente beigegeben und wo möglich so angebracht werde, daß die Ablesung nicht mehr am Kreise einer Trommel nach Graden, sondern an einer linearen Scale, etwa nach Procenten einer bestimmten Normal-Zuckerlösung bewirkt wird;

3) daß schließlich dem Instrumente ein stabileres Stativ statt der Handhabe gegeben werde, da die Untersuchungen der Zuckerfabrikanten fast nur bei Lampenlicht stattfinden können.

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