Titel: Humfrey's Verfahren den Kautschuk in Petroleum zu lösen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 175/Miszelle 9 (S. 248)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj175/mi175mi03_9

Humfrey's Verfahren den Kautschuk in Petroleum zu lösen.

Man hat mehrfach, aber ohne Erfolg, Kautschuk in rectificirtem Petroleum zu lösen gesucht; der Kautschuk löst sich zwar leicht, beim Abdampfen bleibt aber ein pechiger Rückstand, der Kautschuk hat seine Elasticität verloren und ist auch in anderen Beziehungen unbrauchbar. Nach dem Patent, welches sich Ch. Humfrey in London am 5. Mai 1864 ertheilen ließ (London Journal of arts, December 1864, S. 347), soll man auf folgende Weise einen guten Erfolg erreichen. Man hat sich zunächst wasserfreies, rectificirtes Petroleum dadurch zu verschaffen, daß man 450–500 Liter käufliches rectificirtes Petroleum von circa 0,725 spec. Gew. in einem gut schließenden, mit einem Rührer versehenen eisernen Gefäße mit 45–50 Litern concentrirter Schwefelsäure von wenigstens 1,840 spec. Gew. mischt, das Ganze lebhaft umrührt, das Gemisch kurze Zeit absetzen läßt und die Säure durch einen Hahn am Boden des Gefäßes abzieht. Dann setzt man etwa dieselbe Menge concentrirter Schwefelsäure zu und wiederholt die Operation. Das Petroleum wird unter möglichster Beschränkung des Luftzutrittes in ein anderes verschlossenes und ebenfalls mit einem Rührer versehenes Gefäß decantirt und nach Zusatz von 1–1 1/2 Klgr. Bleiglätte und 1/2 Klgr. Mangansuperoxyd (Braunstein), beide fein gepulvert, gut umgerührt. So behandelt, ist das Petroleum zum Gebrauch fertig und wird in einigen Stunden hell. Man kann auch 500 Liter rectificirtes Petroleum in einem geschlossenen, mit Rührer versehenen Eisengefäße mit 12–13 Klgr. fein gepulvertem und frisch geglühtem Chlorcalcium gut umrühren, nachdem sich die Flüssigkeit geklärt hat, in ein anderes Gefäß decantiren, zum zweitenmale mit calcinirtem Chlorcalcium behandeln und endlich abdestilliren. Dieses letztere Verfahren ist langwieriger, es erfordert wenigstens mehrere Tage. Der zweite Punkt besteht darin, daß man sich ganz trockenen Kautschuk verschafft, was man dadurch erreicht, daß man den kleingeschnittenen Kautschuk in einer warmen Atmosphäre austrocknet. Den so behandelten Kautschuk digerirt man mit dem auf angegebene Weise behandelten Petroleum unter Umrühren in einem geschlossenen Gefäße und erhält so eine beliebig starke Lösung, die aber der Luft, namentlich feuchter, nicht ausgesetzt werden darf.

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