Titel: Ueber die Anwendung von Stahl bei Locomobilen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 175/Miszelle 3 (S. 321–322)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj175/mi175mi04_3

Ueber die Anwendung von Stahl bei Locomobilen.

Hierüber sagt das Mechanics' Magazine, nachdem es bemerkt, daß die hauptsächlichsten der Abnutzung unterliegenden Theile der Borsig'schen Locomotive auf der Weltausstellung in London 1862 aus Stahl waren, dasselbe sollte man nachahmen bei den Locomobilen, da die beste Locomobile sich am meisten der Locomotive nähert. Einige Fabrikanten von Straßenlocomotiven haben Kessel aus Stahlblech angewendet; außerdem läßt sich wenig von der Anwendung des Stahls bei landwirthschaftlichen. Maschinen sagen. Und doch sollten die landwirthschaftlichen Maschinenbauer jetzt am allermeisten von der Anwendbarkeit des Stahls überzeugt seyn, nachdem die Anwendung von Stahl zu den Seiten des Dampfpfluges die Dampfcultur überhaupt sehr praktisch gemacht. Die Reduction des Gewichts um wenigstens 1/3 würde bei Locomobilen und Straßenlocomotiven von ungeheurer Wichtigkeit seyn; dasselbe würde bei den Dampfpflügen der Fall seyn. Eine Locomobile, deren Haupttheile aus Stahl wären, würde freilich theurer werden; allein dieses compensirt sich wieder dadurch, daß alle Bewegungsmechanismen leichter werden, also zu ihrer eigenen Bewegung weniger Kraft absorbirt, sohin der Effect vergrößert würde. Noch mehr würde der Preis compensirt durch Anwendung von Feuerbüchsen aus Stahl und von Feuerröhren aus Stahl. Die Seiten der Feuerbüchsen brauchten, von Stahl gemacht, bloß halb so dick |322| zu seyn, wie die jetzigen schmiedeeisernen und hätten doch die doppelte Festigkeit; dadurch wird aber die Hitze noch einmal so schnell in das Wasser geführt, was eine bedeutende Brennmaterialersparniß erzielt. Diese Brennmaterialersparniß wird noch vermehrt durch die Feuerröhren aus Stahl, indem dieselben die Hitze der Gase, welche sie durchströmen, mehr absorbiren, so daß die Gase kälter in die Rauchkammer kommen. (Berggeist, 1865, Nr. 10.)

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