Titel: Verfahren um Zink schwarz zu färben; von Dr. Dullo in Berlin.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 175/Miszelle 5 (S. 323–324)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj175/mi175mi04_5

Verfahren um Zink schwarz zu färben; von Dr. Dullo in Berlin.

Die künstlerisch schönen Arbeiten, die jetzt so mannichfach aus Zink gegossen werden, seyen es Statuen, Statuetten oder architektonischer Schmuck, werden entweder broncirt oder mit weißer Oelfarbe bestrichen. Das eine wie das andere ist nicht immer ausreichend, da mitunter, namentlich bei Statuen, auch eine schwarze Farbe verlangt wird. Man könnte zwar ohne weiteres dieselben mit schwarzer Oelfarbe bestreichen, indessen man vermeidet den Anstrich gern, und nimmt nur dann zu diesem Mittel seine Zuflucht, wenn man sich nicht anders helfen kann. Ein schönes glänzendes Schwarz erhält man, wenn man Antimonchlorür in Alkohol löst, einige Tropfen Salzsäure hinzusetzt, und zwar auf ein Quart Alkohol 6 Loth Antimonchlorür und 4 Loth Salzsäure, und mit dieser Lösung die Statue mittelst eines Pinsels oder einer Bürste schnell benetzt. Das Zink wird sofort schwarz. Die erste aufgetragene Lösung wird sofort mit Lappen abgewischt-, weil sie noch nicht eine gleichmäßige Färbung bewirkt hat, und noch einmal die Lösung aufgetragen. Diese läßt man trocknen, und zwar so schnell wie möglich am warmen Ort. Ist die Statue trocken, so färbt das Antimon nicht mehr ab, und man reibt die Statue nunmehr mit Oel ab; am besten wählt man trocknendes Oel. Dieses Abreiben mit Oel wiederholt man 2 bis 3mal, nur mit der Vorsicht, daß nirgends Tropfen des Oels antrocknen. Dadurch erhält die Statue |324| eine sehr intensiv schwarze Farbe und schönen Glanz. Das Antrocknen des metallischen Antimons muß man deßhalb beeilen, weil sich sonst bald weißes Antimonoxyd an der Luft bildet, welche Bildung durch den dünnen Ueberzug mit Oel unmöglich wird. Zur Verdünnung des Antimonchlorürs wendet man deßhalb Alkohol an, weil derselbe schneller trocknet, und auch weil man sehr wenig Salzsäure hinzuzufügen braucht, um die Ausscheidung von basischem Antimonchlorür (Algaroth-Pulver) zu verhindern. Nimmt man statt Alkohol Wasser, so muß man viel Salzsäure anwenden, und wenn man dann mit dieser Lösung die Zinkstatue bestreicht, so bildet sich natürlich auch viel Chlorzink, das nicht trocknet. Der Ueberzug von Antimon darf unter allen Umständen nur sehr dünn seyn, denn nur dann haftet er fest, und sieht schön aus. (Deutsche illustrirte Gewerbe-Zeitung.)

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