Titel: Ueber Verfälschung der Cacaobutter und deren Erkennung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 175/Miszelle 8 (S. 324–325)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj175/mi175mi04_8

Ueber Verfälschung der Cacaobutter und deren Erkennung.66)

Die Cacaobutter (das Cacaoöl), die vielfach zu feinen Pomaden, zur Bereitung von Cacaoseife, in der Conditorei u.s.w. Verwendung findet, wird am häufigsten durch Nierentalg von jungen Rindern verfälscht, welcher sehr weiß, geruch- und geschmacklos, |325| nur halb so theuer als Cacaobutter ist und durch seinen Zusatz die Eigenschaften der Cacaobutter nicht merklich ändert. Zur Prüfung der letzteren empfiehlt nun Dr. Hager in der von ihm herausgegebenen pharm. Centralhalle 1/2 Grm. Cacaobutter mit circa 3 Grm. Anilin in einem Reagensglase unter gelindem Umrühren zu erwärmen. Die Cacaobutter schmilzt und bildet mit dem Anilin eine klare Lösung; nach einer (bei 12 1/2 bis 15° Cels.) oder nach zwei Stunden (bei 15 bis 20° Cels. Zimmerwärme) bildet die reine Cacaobutter eine klare, flüssige, auf dem Anilin schwimmende Schicht, welche beim Hin- und Herschwenken nichts Körniges absetzt; enthielt dieselbe Talg, so zeigen sich an den Wandungen des Glases krystallinisch-körnige Aussonderungen. Diese Probe ist sicher und gibt weniger als 10 Procent Talgzusatz noch an. Die reine Cacaobutter erstarrt erst nach 5 bis 15 Stunden; enthielt sie Stearinsäure, so erstarrt die Lösung zu einer krystallinisch-starren Masse; niemals jedoch, selbst beim Flüssigbleiben nicht, scheidet sich die Butter als Schicht oben ausschwimmend, ab. Paraffinhaltige Cacaobutter bildet nach dem Hinstellen eine starre Schicht, oder bei geringem Paraffinzusatze ähnliche körnige Absonderungen wie bei einer Verfälschung mit Nierentalg; diese Ausscheidungen treten deutlicher hervor, wenn man das Ganze mit 2 bis 3 Volumen absolutem Alkohol schüttelt, wobei in der Ruhe ein Haufwerk von krystallinischen Aussonderungen sich absetzt.

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Man vergleiche über denselben Gegenstand die Notiz von Dr. Björklund im polytechn. Journal Bd. CLXXII S. 399.

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