Titel: Ueber ein neues Mittel zur kräftigen Wetterführung auf Stollen und Strecken.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 175/Miszelle 3 (S. 403–404)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj175/mi175mi05_3

Ueber ein neues Mittel zur kräftigen Wetterführung auf Stollen und Strecken.

Die durch die Explosion der schlagenden Wetter in Steinkohlengruben verursachten, leider so häufigen Unfälle nehmen unablässig die Aufmerksamkeit der tüchtigsten Bergingenieure in Anspruch. Die jetzt angewendeten Sicherungsmittel sind noch keineswegs vollkommen; viele derselben sind zu sehr von der unbegreiflichen Fahrlässigkeit der Arbeiter abhängig, obgleich die letzteren immer als die unmittelbarsten Opfer der Explosion fallen. Gegenwärtig sind die englischen Bergingenieure mit Untersuchungen über die Mittel beschäftigt, in den Stollen und Strecken einen bleibenden Druck hervorzubringen, welcher stärker ist als der Druck der äußeren Luft. Versuche in diesem Sinne erscheinen dadurch gerechtfertigt, daß nach zahlreichen Beobachtungen die Explosionen der schlagenden Wetter fast stets in dem Augenblicke eintreten, in welchem das Barometer sank, woraus sich schließen läßt, daß die Entwickelung des explosiven Gasgemisches durch eine Verminderung des atmosphärischen Drucks befördert wird.

Mittelst kräftiger Gebläse würde sich in die Strecken eine genügende Menge frischer Luft injiciren und ein überschüssiger Druck erhalten lassen, welcher zur Verhinderung von Gasentwickelungen aus dem Kohl hinreichen würde, ohne die Gesundheit der in diesem Medium beschäftigten Arbeiter in nachtheiliger Weise zu beeinflussen.

In dieser Beziehung wird jetzt die sich stets wiederholende Geschichte jener Erfinder, deren Ideen der Praxis sich zu früh oder zu spät darboten, um ein neues Beispiel |404| vermehrt. Deroux, der Redacteur des Journal des Mines ließ sich vor sechs Jahren die Erfindung des Verfahrens patentiren, welches englische Bergingenieure jetzt anzuwenden suchen. „Wenn wir“, bemerkt Deroux, „die Taufe von Seiten des Auslandes abwarten mußten, so wollen wir deßhalb doch nicht unterlassen, die Vaterschaft für die erste, ursprüngliche Idee dieser Erfindung in Anspruch zu nehmen.“ (Annales du Génie civil Januar 1865, S. 60.)

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