Titel: Neue Methode, organische Stoffe zu zerstören und dabei die Mineralbestandtheile zu gewinnen; von E. Millon.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 175/Miszelle 9 (S. 408)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj175/mi175mi05_9

Neue Methode, organische Stoffe zu zerstören und dabei die Mineralbestandtheile zu gewinnen; von E. Millon.

Man zertheilt die organische Substanz in so kleine Stücke, daß man sie bequem durch den Tubulus einer Retorte bringen kann und übergießt sie darin mit wenigstens dem vierfachen Gewicht (von der rohen nicht getrockneten Substanz) reiner concentrirter Schwefelsäure. Die Säure darf nur ein Drittel der Retorte anfüllen. Man erhitzt nun schwach bis zur Lösung der Substanz und fügt alsdann durch einen ausgezogenen Trichter nach und nach Salpetersäure zu, während man etwas stärker erhitzt.

In der ersten Zeit der Operation werden die in der organischen Substanz enthaltenen Chlorüre zersetzt und es ist dazu ungefähr eine halbe Stunde nöthig, dann gießt man den Inhalt der Retorte in eine Platinschale und erhitzt allmählich so stark, bis die Schwefelsäure rasch verdampft; dabei verliert die Flüssigkeit ihre schwarze Farbe, und nimmt eine bald orangefarbene, bald rothe Färbung an.

Bei jedem Zusatz von Salpetersäure tritt eine merkliche Entfärbung ein, durch Einwirkung der Wärme wird die Flüssigkeit aber sehr schnell wieder dunkel. Man setzt so lange Salpetersäure zu, als sich die Flüssigkeit färbt und erhält endlich nach vollständiger Zersetzung der organischen Substanz eine einfache Lösung der mineralischen normalen und annormalen Bestandtheile der Substanz in Schwefelsäure, deren Ueberschuß durch Erwärmen vertrieben wird.

Der reine salzige Rückstand ist weiß, vollständig frei von Kohle und kann natürlich leicht analysirt werden. Mäßigt man gegen das Ende der Operation das Feuer, so enthält der Rückstand auch etwa vorhandenes Arsen und Quecksilber. Die kohlensauren Salze, Chlorüre, Bromüre, Jodüre und ebenso die Basen der Salze organischer Säuren sind im Rückstand selbstverständlich in Form schwefelsaurer Salze vorhanden. (Comptes rendus, t. LIX p. 195.)

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