Titel: Ueber den Kunstguß von Naturmodellen, von Schütze in Dresden.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 175/Miszelle 10 (S. 482)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj175/mi175mi06_10

Ueber den Kunstguß von Naturmodellen, von Schütze in Dresden.

Um z.B. eine Gruppe von Eidechsen abzuformen, werden die Thiere durch etwas Strychnin bewußtlos gemacht (bei todten würden die Muskeln schlaff zusammenfallen), dann gerichtet, mit Spiritus oder Wasser begossen, um das genaueste Anschließen der Formmasse in allen Theilen zu erreichen, in einer Mischung von Gyps und Asbest abgeformt und nach deren Erstarrung behutsam herausgezogen. Nach dem Gusse taucht man das Kupfer in Essigsäure, um ihm eine schwache Patina zu geben. Weit künstlicher ist die Abformung von Insecten, Pflanzen mit den feinsten Theilen etc., denen man zuerst das überflüssige Wasser durch Eintauchen in Spiritus entzieht. Durch Glycerin werden die Blumen feucht und frisch erhalten, in eine Lösung von etwas Phosphor in Schwefelkohlenstoff getaucht, durch eine Lösung von salpetersaurem Silberoxyd gezogen und dadurch mit einer feinen Silberhaut überzogen, auf welcher sich Kupfer leicht niederschlägt und so die Form bildet. Durch Glühen wird die Blume eingeäschert, die Asche durch angesäuertes Wasser entfernt, die Form in einen Kasten mit Formsand eingefüllt, der Kasten mit einer Luftpumpe in Verbindung gesetzt und so die Form luftleer gemacht. Auf der unteren Seite des Kastens ragt ein außen mit einer Gutta-percha-Platte geschlossenes Saugrohr hervor; taucht man dieses in ein geschmolzenes Metall, so wird die Platte zerstört und durch den Druck der äußeren Luft das Metall in den luftleeren Raum getrieben, den es sofort ausfüllt. Schließlich wird die Kupferform durch Schwefelsäure abgeätzt. (Deutsche Industriezeitung, 1865, Nr. 3.)

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