Titel: Thirault's Verfahren zum Färben und Conserviren des Eisens.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 175/Miszelle 2 (S. 478–479)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj175/mi175mi06_2

Thirault's Verfahren zum Färben und Conserviren des Eisens.

Der Zweck des Erfinders ist, die Oberfläche des Eisens mit einer vollkommen anhaftenden Schicht von Eisenoxyduloxyd zu überziehen. Dieß wird durch folgende Operationen erreicht:

1) man erzeugt auf der Oberfläche des Schmiedeeisens (oder Stahls) eine anhaftende Schicht von Eisenoxyd;

2) man verwandelt das gebildete Oxyd unter dem Einfluß des Wassers bei einer hohen Temperatur (90 bis 100° C.) in das niedrigere schwarze Oxyd (magnetisches Oxyd, Fe³O⁴);

3) man wiederholt die Operation, bis die schwarze Schicht hinreichend dick und anhaftend ist;

4) man taucht die Gegenstände in ein Bad lauwarmen Wassers, um das Schmiedeeisen (oder den Stahl) von den seiner Oberfläche anhaftenden sauren oder salzigen Theilen zu reinigen, wornach man die Gegenstände mit einer schwachen Schicht Olivenöl tränkt. Es folgen nun die Vorschriften für die anzuwendenden Präparate.

Erste Vorschrift.

Quecksilbersublimat 250 Gramme
Salmiak 250 Gramme
Wasser 5 Liter

Man löst auf, läßt absetzen, decantirt oder filtrirt, und bewahrt die Flüssigkeit in Glasflaschen auf.

Zweite Vorschrift.

Flüssiges Eisenchlorid von 30° Baumé 750 Gramme
Kupfervitriol 50 „
Salpetersäure von 36° Baumé 200 „
Alkohol 300 „
Wasser 10 Liter

Man verfährt wie für die erste Vorschrift.

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Dritte Vorschrift.

Flüssiges Eisenchlorid von 30° Baumé 100 Gramme
trockenes Eisenchlorür 300 „
Salpetersäure von 36° Baumé 50 „
Alkohol 900 „
Wasser 10 Liter

Man verfährt wie für die erste und zweite Vorschrift.

Patentirt in Belgien am 12. Januar 1863. (Armengaud's Génie industriel, August 1864, S. 69.)

Ueber das Verfahren von Thirault zu St. Etienne, auf dem Schmiedeeisen und dem Stahl einen gefärbten Ueberzug zum Schutze gegen den Rost zu erzeugen, hat Gaultier de Claubry im J. 1860 der Société d'Encouragement zu Paris einen sehr günstigen Bericht erstattet, welcher im polytechn. Journal Bd. CLV S. 431 mitgetheilt wurde. Die Redaction.

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