Titel: Die galvanoplastische Anstalt von Elkington in Birmingham.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 175/Miszelle 3 (S. 479–480)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj175/mi175mi06_3

Die galvanoplastische Anstalt von Elkington in Birmingham.

Das Practical Mechanics' Magazine December 1864, bringt S. 249 nach dem Iron monger einen Bericht über diese großartige und berühmte Anstalt,99) welchem wir folgende Notizen über die zum Versilbern und Vergolden angewendeten Verfahrungsarten entnehmen:

Die zu versilbernden oder zu vergoldenden Gegenstände werden zuerst gereinigt und in Sägespänen getrocknet, dann mit einer dünnen Lösung von salpetersaurem Quecksilberoxyd gewaschen, wodurch sich auf dem Gegenstand eine feine Schicht metallischen Quecksilbers ablagert, welche denselben befähigt, das Silber oder Gold fest haftbar zu machen. Eine Anzahl Löffel, Messer Gabeln etc., die versilbert werden sollen, werden an einen Kupferdraht, der kleine Häkchen trägt, angehängt, und mit demselben in das Silberbad und in Contact mit dem Zinkpol der Batterie gebracht. Sofort schlägt sich darauf Silber in brillanter Weiße nieder, ohne daß in der Flüssigkeit die geringste Bewegung bemerkbar ist, und je nachdem die Gegenstände längere oder kürzere Zeit in der Flüssigkeit verbleiben, wird der Niederschlag von Silber dicker oder dünner seyn. Um die Menge des Niederschlages bestimmen zu können, wird ein Löffel oder ein anderer Gegenstand gewogen, bevor er in das Bad gebracht wird, und indem man ihn zeitweise herausnimmt und wieder wiegt, kann man erfahren, wie viel Silber sich auf jedem einzelnen Gegenstand oder auf einer Fläche von 1 Quadratfuß niedergeschlagen hat.

Zur Darstellung des Silberbades löst man 2 Th. reines Silber in der Wärme in 6 Th. Salpetersäure und dampft zur Trockne ein; den Rückstand löst man in 25 Th. Wasser und fällt mit 2 Th. Cyankalium, in 10 Th. Wasser gelöst; das Cyansilber wird abfiltrirt, ausgewaschen und in 2 Th. Cyankalium, welches in sehr wenig Wasser gelöst ist, aufgelöst. Diese Lösung wird mit so viel Wasser verdünnt, daß sie 100 Th. ausmacht, und ist dann zum Gebrauch fertig.

Man muß darauf achten, daß die Dichtigkeit des Silberbades immer dieselbe bleibt. Während sich aus demselben Silber ausscheidet, wird allerdings in demselben Verhältniß am anderen Pol wieder Silber gelöst, und zwar von den Platten, welche zu diesem Zweck im Trog liegen. Dieses erfolgt indessen nicht so regelmäßig, und die auf und nieder gehenden Ströme veranlassen auf der Oberfläche der zu versilbernden Gegenstände Streifen. Dieses wird vermieden, indem das Silberbad durch eine mechanische Vorrichtung fortwährend langsam bewegt wird.

Der Silberniederschlag ist meistens ohne Lüster; um ihm aber ein sehr schönes Lüster zu geben, setzt man dem Silberbad eine geringe Menge Schwefelkohlenstoff |480| zu. Nach vier Stunden ist gewöhnlich die Versilberung beendet, obgleich die Dicke des Silberniederschlages sehr verschieden gegeben wird, je nach dem Zweck, den der Gegenstand erfüllen soll. Für gewöhnliche Artikel rechnet man 1 1/2 bis 3 Unzen Silber aus 1 Quadratfuß Fläche. Wird Schwefelkohlenstoff nicht angewendet, so müssen die Gegenstände noch polirt werden; alle aber erhalten den letzten Glanz durch Poliren mit den Händen junger Mädchen, denn die Feinheit und Weichheit ihrer Haut gibt eine Politur, welche man durch kein anderes Mittel erreichen kann.

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Man s. die Mittheilungen über dieselbe im Jahrgang 1863 des polytechn. Journals, Bd. CLXX S. 269.

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