Titel: Ueber die Reinigung des Steinkohlengases von Schwefelkohlenstoff; von Lewis Thompson.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 175/Miszelle 4 (S. 480)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj175/mi175mi06_4

Ueber die Reinigung des Steinkohlengases von Schwefelkohlenstoff; von Lewis Thompson.

Vor längerer Zeit fand ich, daß Wasserdampf und Schwefelkohlenstoff bei Rothgluth nicht nebeneinander bestehen können; leitet man nämlich beide durch eine rothglühende Röhre, so zersetzen sie sich gegenseitig in Schwefelwasserstoff und Kohlensäure (2 CS² + HO = 2 SH + CO²). In den letzten Monaten habe ich den praktischen Werth dieser Thatsache bei der Reinigung von über 15,000 Kubikfuß Gas erprobt, welche sich bei der genauesten Prüfung als vollkommen frei von jeder Spur Schwefelkohlenstoff erwiesen.

Jedenfalls fordern die erlangten Resultate zu weiterer Verfolgung des Gegenstandes von Seite der competenten Techniker auf. Ich mische das Gas, nachdem es die Theercisterne verlassen und bevor es den Condensator erreicht hat, mit Wasserdampf, und leite das Gemisch durch eine vollkommen kirschroth glühende Retorte oder Röhre. Die Weiterleitung nach dem Condensator u.s.w. bleibt unverändert. Ich verwendete bei. meinen Versuchen eine gußeiserne Röhre von kreisförmigem Querschnitt, 5 Zoll Durchmesser und 12 Fuß Länge, durch welche das Gemisch mit einer Geschwindigkeit von 1500 Kubikfuß per Stunde durchging. Unter der erwähnten „Kirschrothgluth“ ist eine Temperatur von circa 650° C. verstanden, doch kann dieselbe vom Schmelzpunkte eines weichen Messings bis zu dem des Silbers schwanken, muß aber stets um so höher seyn, je größer die Geschwindigkeit des Gasstromes in der Röhre ist. An Wasserdampf braucht man etwa 60–80 Kubikfuß, entsprechend 3–4 Pfd. Wasser, per Tonne Newcastle Kohle, oder für 1000 Kubikfuß Gas aus der Theercisterne 7 Kubikfuß Dampf; ein Ueberschuß von Dampf ist indessen nicht sonderlich nachtheilig. (London Journal of arts, Februar 1865, S. 65.)

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