Titel: Ueber Anilinblau (Bleu de nuit), von J. Levinstein.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 175/Miszelle 8 (S. 481)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj175/mi175mi06_8

Ueber Anilinblau (Bleu de nuit), von J. Levinstein.

Von Schlumberger und von Passavant wurde essigsaures Natron mit Fuchsin und Anilinöl zur Darstellung des Lichtblaues angewendet. Um das Blau grünstichig zu machen, verfährt man besser nach folgender Methode: 3 Th. Anilinöl werden mit 1 Th. Anilinroth auf 180° C. so lange erhitzt, bis das Roth in Violett verwandelt ist, was nach circa 3 bis 4 Stunden eingetreten ist. Alsdann fügt man 1/2 Th. essigsaures Kali hinzu und steigert die Temperatur auf 190° C.; nach circa 1 1/2 Stunden ist alles Roth in Blau verwandelt; man erhitzt dann noch so lange (einige Minuten), bis eine Probe auf Porzellan gestrichen eine grünblaue Farbe zeigt. Dann gießt man die ganze Masse in Spiritus und entfernt das überschüssige Anilinöl durch Kochen in concentrirter Salzsäure; hierbei scheidet sich das Bleu de nuit als compacte bronzefarbene Masse aus; die überstehende Salzsäure wird dann mit Wasser verdünnt, wobei ein Niederschlag von violetter Farbe sich ausscheidet. Dieser Niederschlag löst sich nur in Spiritus und färbt rothblau (im Handel Bleu de Lyon). Das zuerst ausgeschiedene (ausgewaschene) Lichtblau (Bleu de Lumière) löst sich ebenfalls nur in starkem Alkohol. (Jacobsen's chemisch-technisches Repertorium, 1864 1. Halbj. S. 21.)

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