Titel: Verhalten des Glycerins zu Chloroform, nach Dr. Wittstein.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 175/Miszelle 9 (S. 481–482)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj175/mi175mi06_9

Verhalten des Glycerins zu Chloroform, nach Dr. Wittstein.

C. Palm hatte vorgeschlagen (polytechn. Journal Bd. CLXVII S. 224) eine Verfälschung des Glycerins mit Rohr- oder Traubenzucker dadurch quantitativ zu bestimmen, |482| daß man es mit Chloroform schüttele, weil diese beiden Zuckerarten in Chloroform unlöslich seyen, das Glycerin aber sich darin mit der größten Leichtigkeit auflöse. Die letztere Angabe beruht aber, wie sich nachträglich herausgestellt hat, auf einem Irrthum; das Glycerin ist ebenso, wenig wie jene beiden Zuckerarten in Chloroform löslich. Nichtsdestoweniger gelingt es aber doch, vermittelst Chloroform das Glycerin von dem Zucker vollständig zu trennen, denn dieser scheidet sich dabei im festen Zustande aus, während sich das Glycerin auf die Oberfläche des Chloroforms begibt und durch Hülfe des letzteren weggespült werden kann.

Palm's Vorschlag war also keineswegs hinter dem Schreibtische ausgesonnen, wie behauptet worden, sondern der durch Chloroform aus dem verfälschten Glycerin abgeschiedene Zucker wurde wirklich gewogen. Nur hatte Palm übersehen, daß das Glycerin nicht in, sondern auf das Chloroform übergegangen war. (Aus des Verf. Vierteljahresschrift für praktische Pharmacie, Bd. XIV S. 100.)

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