Titel: Mittel zur Sicherung der artesischen Brunnen gegen Verminderung ihrer Ausgiebigkeit, von Kind.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 176/Miszelle 11 (S. 245–246)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj176/mi176mi03_11

Mittel zur Sicherung der artesischen Brunnen gegen Verminderung ihrer Ausgiebigkeit, von Kind.

Der bekannte sächsische Bohringenieur Kind bemerkt nach Aufzählung der Ursachen, welche hauptsächlich dazu beigetragen haben, die artesischen Brunnen immer mehr in Mißcredit zu bringen, daß die vielfachen ungünstigen Erfolge solcher Anlagen weniger in wirklichem Mangel oder Nichtvorhandenseyn von Wasser, als in gewissen Umständen, welche das Aufsteigen des letztern verhindern, zu suchen sind. Wenn nämlich das Wasser bei seinem Aufsteigen im Bohrloche mit Schichten von Sand oder von sehr zerklüftetem Gesteine zusammentrifft, so verliert oder „versitzt“ es sich in demselben in einer wechselnden Entfernung von seinem Austrittspunkte, d.h. von dem Punkte, an welchem es mittelst des Bohrers erschroten ist. Er gibt das folgende Mittel an, um einen günstigen Erfolg möglichst zu sichern.

In einer Schicht von dichten Gebirgsarten, von Thon, Mergel oder hartem Gestein bringt man in 15, 20 oder 30 Meter Teufe unter dem Niveau, in welchem die Grundwässer an dem Orte;, an welchem man arbeitet, gewöhnlich stehen, eine Verspundung an und zwar bedient man sich dazu einer besonderen Röhrentour, um die gewöhnlichen Grundwässer von dem erbohrten, dem eigentlichen artesischen Wasser, vollständig |246| abzusperren. Allerdings pflegte man bisher die in mildem Gestein abgesunkenen Bohrlöcher gleichfalls zu verrohren; allein diese, nur zur Verhütung von Nachfall bestimmte Art von Verrohrung ist niemals dicht genug, um Verluste an Wasser zu verhindern. Jene Verspundung muß demnach durchaus so ausgeführt werden, daß sie die Dichtheit einer wahren Cüvelirung gewährt; auch muß diese Sicherungsmaßregel gleich von vorn herein angewendet werden. Wird dann mit dem Bohrzeuge Wasser erschroten, so steigt es auf, ohne daß seine Ausgiebigkeit in Folge des oben hervorgehobenen Umstandes sich vermindern kann. (Bulletin de la Société d'Encouragement, September 1864, S. 572.)

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