Titel: Beantwortung der Frage, ob die Blätter der Pflanzen Kohlenoxyd ausathmen; von B. Corenwinder.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 176/Miszelle 15 (S. 247–248)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj176/mi176mi03_15

Beantwortung der Frage, ob die Blätter der Pflanzen Kohlenoxyd ausathmen; von B. Corenwinder.

Ich habe einen einfachen Apparat erdacht, welcher das Kohlenoxyd mit Genauigkeit zu bestimmen gestattet, selbst wenn es der Luft nur in sehr geringem Verhältniß beigemischt ist. Er besteht aus einigen verticalen Röhren und einem horizontalen Rohr, durch welche man das zu analysirende Gas mittelst eines Aspirators circuliren läßt.

Die Luft zieht zuerst durch eine oder zwei (unten zugeschmolzene) verticale Röhren, welche Aetzkali enthalten, um alle in derselben vorhandene Kohlensäure zu absorbiren. Sie zieht dann langsam durch ein horizontales Rohr, welches Bimssteinstücke und Kupferoxyd enthält; dieses Rohr wird zum Dunkelrothglühen erhitzt.

In Berührung mit dem Kupferoxyd wird das Kohlenoxyd (oder die sonstigen brennbaren Gase) in Kohlensäure verwandelt, welche man in einer concentrirtes Barytwasser enthaltenden (unten zugeschmolzenen) verticalen Röhre auffängt.

Ich habe mich durch besondere Versuche versichert, daß man im kohlensauren Baryt alles Kohlenoxyd, welches so über Kupferoxyd geleitet wurde, wieder findet.

Mittelst dieses Apparates gelang es mir, bestimmt nachzuweisen:

1) daß die Atmosphäre nicht merklich Kohlenoxyd oder andere brennbare Gase enthält;

2) daß der Mist oder die Dünger, wenn sie an der Luft in Fäulniß übergehen, keine Spur von Kohlenoxyd ausdünsten;

3) daß man auch in den gasförmigen Producten welche die Blumen, selbst die wohlriechendsten, ausduften, kein Kohlenoxyd findet;

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4) daß die Blätter der Pflanzen niemals brennbare Gase ausathmen, weder während der Nacht, noch während des Tages, im Schatten oder an der Sonne; endlich

5) daß, wenn man eine Pflanze in Gegenwart eines beträchtlichen Verhältnisses von Kohlensäure der Einwirkung der Sonne aussetzt, diese Säure rasch absorbirt wird, die Blätter aber keine Spur von Kohlenoxyd ausathmen.

Diese letzteren Versuche wurden mit Pflanzen angestellt, welche im normalen Zustande im freien Felde oder in Blumentöpfen lebten.

Meine Untersuchungen über die Blätter bestätigen also die Resultate, welche Boussingault und Cloëz (Comptes rendus, t. LVII p. 413) nach einer anderen Methode erhielten, daß nämlich die Blätter und selbst die Aeste der Pflanzen unter Umständen, die den natürlichen so ähnlich als möglich sind, Sauerstoff ausgeben, welchem kein brennbares Gas beigemischt ist. (Comptes rendus, t. LX p. 102, Januar 1865.)

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