Titel: Verfahren zur Fabrication von Gold- und Silberdraht, von Benoit Richard und Raymond Radisson zu Lyon.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 176/Miszelle 5 (S. 242–243)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj176/mi176mi03_5
|243|

Verfahren zur Fabrication von Gold- und Silberdraht, von Benoit Richard und Raymond Radisson zu Lyon.

Nach dieser Erfindung (patentirt in England am 12. April 1864) wird das Metall zu einem Zain gegossen, welcher in der Mitte seiner ganzen Länge nach ausgebohrt wird, so daß er eine Höhlung erhält, in die raffinirtes Kupfer eingegossen wird. Nach dem vollständigen Erstarren wird dieser zusammengesetzte Zain zu Draht von der gewünschten Stärke ausgezogen und dabei unter Ausglühen auf die beim Drahtziehen übliche Weise behandelt. Der Kupferkern wird hierbei mit dem den äußeren Mantel bildenden Metall gleichzeitig ausgezogen, indem die beiden Metalle einen einzigen Körper ausmachen.

Der Zain muß beim Gießen eine solche Gestalt erhalten, daß er sich auf einer Drehbank oder eine Bohrmaschine einspannen läßt, damit er der Länge nach durchbohrt werden kann. Zu diesem Zwecke wird ein im Querschnitte quadratischer Zain vorgezogen. Derselbe muß ungefähr 14 Zoll Länge bei 2 1/2 Zoll Querschnitt haben. Der Durchmesser der centralen Höhlung, welche der Länge nach durch ihn hindurchgebohrt wird, hängt von dem gewünschten gegenseitigen Verhältnisse des Kerns zu dem äußeren aus Gold, bez. Silber bestehenden Mantel ab. Um das Innere der Höhlung ganz rein und frei von Fett zu erhalten, wird sie mit einer schwachen Lösung von caustischem Kali oder Natron ausgewaschen. Dann wird der Zain mit Wasser gut abgespült und auf 288° bis 340° C. erhitzt; darauf wird das geschmolzene, zur Bildung des Kerns bestimmte Kupfer recht heiß in die centrale Höhlung des Zains eingegossen. Der letztere wird in noch glühendem Zustande rund gehämmert, so daß er einen Cylinder von etwa 1 1/2 Zoll Durchmesser bildet; an einem Ende wird er zugespitzt, so daß er in die Löcher eines Zieheisens hineingesteckt und von der Ziehzange gefaßt werden kann, mittelst welcher dann der Zain durch die Löcher ganz hindurch- und somit ausgezogen wird. Nach fünf- bis sechsmaligem Durchziehen wird der Zain ausgeglüht und dann weiter zu der erforderlichen Stärke ausgezogen, gewöhnlich ohne nochmaliges Ausglühen, was von der Reinheit der angewendeten Metalle abhängt. (London Journal of arts, Januar 1865, S. 31.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: