Titel: Betriebsresultate der unterseeischen Telegraphen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 176/Miszelle 2 (S. 402–403)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj176/mi176mi05_2

Betriebsresultate der unterseeischen Telegraphen.

Nach einer von dem Engländer Gisborne veröffentlichten Statistik der submarinen Telegraphen waren im April 1865 38 Leitungen, im Ganzen 5066 engl. Meilen lang, in Betrieb. Die längsten Leitungen von diesen sind die von Malta nach Alexandrien (1535 engl. Meilen) und die von Bassora nach Kurrachee (persischer Golf, 1500 Meilen), das nächst längste ist das zwischen England und Dänemark über Helgoland (368 Meilen). Das Gewicht des Kabels pro engl. Meile schwankt zwischen 0,89 und 9,75 Tonnen (à 20 Ctr.); die längste Betriebsdauer hat das von Dover nach Calais (13 1/2 Jahre). Von den 23 Telegraphen, die nur einige Zeit gearbeitet |403| haben, sind die längsten das atlantische (Irland-Neufundland 2160 Meilen, 3 Wochen 4 Tage in Dienst) und das zwischen Aden und Kurrachee (2062 Meilen, 3 Monate in Dienst). Das Gewicht pro engl. Meile schwankte bei diesen 23 Kabeln zwischen 0,1 und 2 l/2 Tonnen; nur bei einer, der 10 Jahre ohne Störung in Betrieb gewesenen 110 Meilen langen Linie Spezzia-Corsica betrug es 7,5 Tonnen. 9 Kabel verunglückten beim Legen, ihr Gewicht per Meile betrug 0,45–8 Tonnen. Kein Tiefseekabel hat viel über 2 Jahre ausgehalten; das 10 Jahre betriebene von Spezzia nach Corsica war nur 110 Meilen lang und lag nur 100–325 Faden (à 6') tief, sein Gewicht betrug 7 1/2 Tonnen per Meile. Da Kabel in tiefem Wasser sich nicht repariren lassen, so geht bei dem ersten Unfalle die ganze Linie verloren, wie es z.B. eben bei Spezzia-Corsica der Fall war. Kein leichtes Kabel hat sich bewährt, selbst nicht in mäßigen Tiefen, dagegen haben sich alle schweren Kabel in mäßigen Tiefen stets wirksam erwiesen; wenn sie zufällig durch Anker, Strömungen etc. zerrissen werden, lassen sie sich rasch und leicht repariren. Im Allgemeinen sind Kabel, die über 100 Faden tief liegen, als Tiefkabel anzusehen, obgleich in einzelnen Fällen Kabel, wenn ihre Eisendrähte noch nicht gerostet waren, behufs Reparatur aus Tiefen von 200 und 300 Faden an die Meeresoberfläche gehoben worden sind. Kabel in mäßigen Tiefen sind solche, die 20–100 Faden tief liegen, eine geringere Tiefe als 20 Faden ist durchaus verwerflich. Als schwere Kabel sind im Allgemeinen solche anzusehen, die über 2 Tonnen per engl. Meile wiegen. (Deutsche Industriezeitung 1865, Nr. 21.)

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