Titel: Zerlegung des Kohlenoxyds nach H. Deville's Verfahren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 176/Miszelle 6 (S. 404)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj176/mi176mi05_6

Zerlegung des Kohlenoxyds nach H. Deville's Verfahren.

H. Sainte-Claire Deville bewirkt das Zerfallen des Kohlenoxyds in Kohlenstoff und Kohlensäure auf folgende sinnreiche Weise. Er nimmt ein ziemlich weites glasirtes Porzellanrohr, das in einem Windofen zur Schmelzhitze des Gußeisens (1600–1700° C.) erhitzt werden kann. Mitten durch dieses Rohr legt er eine engere Messingröhre, durch welche continuirlich ein Strom kalten Wassers circulirt. Er erhitzt nunmehr das Porzellanrohr auf die angegebene Temperatur, und leitet einen Strom reinen Kohlenoxydes durch. Es scheidet sich dann der Kohlenstoff in fein vertheilter Form als Ruß auf der centralen kalten Röhre aus, während gleichzeitig Kohlensäure gebildet wird, die man in einem gewogenen Kali-Apparat auffangen und so bestimmen kann. Wäre das kalte Rohr nicht vorhanden, so würde vielleicht auch die angegebene Zerlegung an einzelnen Punkten eintreten; es würde indessen der ausgeschiedene Kohlenstoff in der erzeugten Kohlensäure bei nur schwachem Sinken der Temperatur wieder verbrennen, so daß auf's Neue Kohlenoxyd entstünde.

Im Gestell des Hohofens ist jedenfalls ein analoger Vorgang anzunehmen. Auch hier wird das in zweiter Linie gebildete Kohlenoxyd bei der angegebenen Temperatur zerlegt; indem aber das metallische Eisen sich mit dem Kohlenstoff zu Gußeisen verbindet, wird die Rückverwandlung in Kohlenoxyd unmöglich gemacht, gerade wie es bei Deville's Versuch die kalte Röhre verhindert. Dieser Versuch ist daher für die Eisenindustrie von hohem theoretischem Interesse. (Comptes rendus, t. LIX p. 873; Breslauer Gewerbeblatt, 1865, Nr. 5.)

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