Titel: Schäffer u. Budenberg, Schmiervorrichtungen für Dampfmaschinen-Cylinder etc.
Autor: Schäffer,
Budenberg,
Fundstelle: 1865, Band 177, Nr. V. (S. 22–23)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj177/ar177005

V. Schmiervorrichtungen, insbesondere für Dampfmaschinen- und Locomotiven-Cylinder; von Schäffer und Budenberg, Maschinen- und Dampfkessel-Armaturen-Fabrikanten zu Buckau bei Magdeburg.

Aus Armengaud's Génie industriel, April 1865, S. 223.

Mit Abbildungen auf Tab. I.

Die neuen Schmiervorrichtungen von Schäffer und Budenberg sind besonders für die Cylinder von Dampfmaschinen, Locomotiven etc. bestimmt; sie schmieren auf eine selbstthätige Weise die Cylinderwandungen vollständig und regelmäßig.

Im Wesentlichen unterscheiden sich diese Schmiervorrichtungen von den bisherigen dadurch, daß sie im Innern des Oelbehälters mit einem doppelten Ventile versehen sind, welches sich den Bewegungen des Kolbens entsprechend regelmäßig bewegt. Ein zwischen den beiden Ventilen befindlicher Raum dient zur Aufnahme der Oelmenge, welche bei jeder den Ventilen mitgetheilten Bewegung ausfließen soll.

Fig. 16 zeigt im Verticaldurchschnitt eine solche Schmiervorrichtung, welche so construirt ist, daß sie bei jedem Motor gebraucht werden kann.

Dieselbe besteht aus einem Gefäße A, das auf den Theil a aufgeschraubt wird, welcher die durch die Stange t verbundenen Ventile b und b' einschließt; zwischen diesen Ventilen ist der ringförmige Raum c enthalten, welcher mit Oel angefüllt wird, wie wir gleich angeben werden. Das Ventil b'. wird durch die Spiralfeder r beständig auf seinen Sitz aufgedrückt.

Das Schmieren mittelst dieser Büchse geht auf folgende Weise vor sich: So lange der Cylinder mit Dampf, Luft oder Gas gefüllt ist, preßt der im Inneren desselben vorhandene Druck im Vereine mit der Feder r das Ventil b' auf seinen Sitz; das Oel in dem Behälter A kann dann in den Raum c herabfließen. Sobald dagegen der Druck, welcher in dem Cylinder zum Treiben des Kolbens vorhanden war, aufhört und ein leerer Raum entsteht, bewegen sich die Ventile in der Weise, daß das Ventil b auf seinen Sitz gelangt, während das Ventil b' das in dem Raum c enthaltene Oel in den Cylinder ausfließen läßt.

Fig. 17 stellt im Verticaldurchschnitt eine zweite Construction von einer Oelbüchse dar, bei welcher aber das Schmieren ganz in derselben Weise, wie bei der vorhergehenden stattfindet.

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Die Schmiervorrichtung enthält auch wieder das Gefäß A und die Ventile b, b', welche durch eine Kammer c verbunden sind. Diese Kammer ist in ihrem oberen Theile mit Oeffnungen x versehen, durch welche das Oel eindringt, wenn das Ventil b' auf seinem Sitze ruht und ebenso mit Oeffnungen x', durch welche dieses Oel hernach ausfließt, wenn die Ventile ihre Stellung verändern, nämlich sobald der Druck im Cylinder aufhört. In Folge der Eigenthümlichkeit, daß diese Schmiervorrichtungen nur dann Oel geben, wenn kein Dampfdruck vorhanden ist, eignen sie sich vorzugsweise für Locomotiven, Locomobilen, feststehende und Schiffs-Dampfmaschinen etc. Dieselben können in gleicher Weise mit Vortheil zum Schmieren der Dampfschieber und aller anderen Organe verwendet werden.

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