Titel: Verfahren zur Darstellung von Fluorsilicium in großem Maaßstabe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 177/Miszelle 12 (S. 171)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj177/mi177mi02_12

Verfahren zur Darstellung von Fluorsilicium in großem Maaßstabe.

Gay-Lussac hat gefunden, daß man durch Zusammenschmelzen von Kieselsäure mit Fluorcalcium (Flußspath) bei hoher Temperatur Fluorsilicium erhält; dabei werden aber nur 30 Proc. des im Fluorcalcium enthaltenen Fluors zur Bildung von Fluorsilicium verwendet.

Die Methode zur Gewinnung von Fluorsilicium, welche sich R. A. Brooman in London (als Mittheilung von C. M. Tessier du Motay und Ed. Karcher in Saarbrücken) am 14. Juli 1864 patentiren ließ, gestattet 66–68 Proc. von dem gesammten Fluorgehalte des verwendeten Flußspathes zu gewinnen. Wird in einem geschlossenen Tiegel, welcher mit Röhren versehen ist, ein inniges Gemenge von 11 Aequiv. Kieselerde und 18 Aeq. Fluorcalcium in Gegenwart von Kohle geschmolzen, so erhält man unter Entbindung von Kohlenoxydgas 4 Aequiv. Fluorsilicium, mit 2/3 von dem im Flußspath enthaltenen Fluor, indem die Kohle reducirend auf einen Theil des Sauerstoffes der Kieselsäure wirkt und die directe Verbindung von Fluor und Silicium zu Fluorsilicium befördert. Vergrößert man das Verhältniß der Kieselsäure und Kohle zu dem Fluorcalcium, und setzt als Flußmittel eine entsprechende Menge Thon zu, so erhält man 68 Proc. von dem Fluorgehalte des Flußspathes.

Im Großen läßt sich das Verfahren auf eine der beiden folgenden Weisen ausführen:

1) Trockene Blöcke, welche 11 Aeq. Kieselerde, 18 Aeq. Fluorcalcium, 30 Aeq. Kohle und eine geeignete Menge Thon enthalten, werden in einer Retorte oder Muffel zum Schmelzen erhitzt, welche mit einer Condensationsvorrichtung zur Gewinnung von Fluorwasserstoffsäure (und gallertartiger Kieselerde) mittelst Wasser aus dem Fluorsilicium versehen ist.

2) In einem Schachtofen, ähnlich den zum Schmelzen von Eisenerzen gebräuchlichen, werden Blöcke, welche 11 Aeq. Kieselerde, 18 Aeq. Fluorcalcium und eine geeignete Menge Thon enthalten, mit so viel Kohle erhitzt, als zur Reduction der Kieselerde wie zum Schmelzen der Masse nöthig ist. (London Journal of arts, Juli 1865, S. 16.)

Hinsichtlich der technischen Verwendbarkeit des Fluorsiliciums und seiner Zesetzungsproducte verweisen wir auf Dr. Rud. Wagner's Bemerkungen im polytechn. Journal Bd. CLXXII S. 381. Die Redact.

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