Titel: Conservirung von Rauchfleisch.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 178/Miszelle 5 (S. 76)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj178/mi178mi01_5

Conservirung von Rauchfleisch.

A. Eckstein, Chemiker in Wien, hat, wie er in den „Neuesten Erfindungen“ angibt, bereits eingetretene Fäulniß bei einer Sendung Schinken dadurch beseitigt, daß er die Schinken auspacken, jedes Stück in frischem Wasser gut abwaschen, dann in rohen Holzessig eintauchen, in einen hölzernen Bottich mit Zwischenlagen von Holzstückchen eintragen und soviel Holzessig aufgießen ließ, bis die obere Schicht etwa 1 Zoll von der Flüssigkeit überragt war. Nach acht Tagen wurden die Schinken aus dem Bottiche herausgenommen, jedes Stück einzeln wieder mit frischem Wasser abgewaschen und an der Luft im Schatten getrocknet. Der faulige Geschmack war dadurch nicht nur gänzlich verschwunden, sondern das Fleisch hatte auch ein angenehmes Aroma und war beim Abschnitt ganz rosenroth und sehr saftig.

Um ähnliche Unfälle zu vermeiden, schlug Eckstein vor, das zur Versendung (von der serbischen Grenze nach Oberösterreich) bestimmte Rauchfleisch in Pergamentpapier, das eine Stunde lang in heißen Holzessig eingelegt war, einzuwickeln und dann erst zu verpacken. Seitdem dieß befolgt wurde, ist selbst im Hochsommer keine Klage mehr vorgekommen.

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