Titel: Vorschrift zu einer Buchdruckfarbe, von Dr. Artus.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 178/Miszelle 11 (S. 167)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj178/mi178mi02_11

Vorschrift zu einer Buchdruckfarbe, von Dr. Artus.

Eine schöne und billige Buchdruckfarbe stellt man, wie Prof. Dr. Artus in seiner Vierteljahresschrift mittheilt, aus

4 1/2 Loth venetian. Terpenthin,
5 flüssiger (Kali-) Seife,
2 Olëin,
3 gebrannten: Ruß,
2 Quentchen Pariserblau,
1 Oxalsäure,
1/2 Loth Wasser,

auf folgende Weise dar: Zunächst wird in dem angedeuteten Verhältnisse der venet. Terpenthin (der schön durchsichtig erscheinen muß) mit dem Olëin (rectificirten, da das rohe noch Stearinantheile enthält) gelinde erwärmt, dann wird die Schmierseife auf die Farbeplatte gegeben und nach und nach die erwärmte Mischung von Olëin und Terpenthin unter gehörigem Verreiben zugesetzt. Sind auch diese drei Stoffe durch gehöriges Verreiben mit einander gut vermischt, so wird der gebrannte Ruß zugesetzt (der vorher etwas zu zerreiben und durch ein feines Haarsieb abzusieben ist) und gehörig verrieben, endlich die Löfung des Pariserblaues in Oxalsäure unter gehörigem Verreiben mit dem Läufer auf der Farbeplatte zugesetzt. Die Lösung des Pariserblaues, welche dazu dient, der Druckfarbe einen angenehmen Ton zu verleihen, erhält man dadurch, daß man das Pariserblau im fein geriebenen Zustande mit Oxalsäure und Wasser in dem oben angegebenen Verhältnisse vermischt, etwas erhitzt und dann unter gehörigem Verreiben diese Mischung obiger Masse zusetzt. (Anstatt der Lösung des Pariserblaues in Oxalsäure kann der Masse auch Indigcarmin zugesetzt werden auf obige Masse etwa 2/3 bis 1 Quentchen, der mit etwas Wasser vorher zu zerreiben ist). Die mit dieser Farbe angestellten Druckversuche fielen höchst befriedigend aus.

Um die Lettern zu reinigen, hat man entweder eine Sodalösung oder Aetznatron angewandt, letzteres dürfte jedoch allen bisher empfohlenen Mitteln vorzuziehen seyn. Zu diesem Zwecke wird, wenn man das Natron nicht durch Zersetzen von Soda mittelst Aetzkalk darstellen will, etwa 1 Pfd. Aetznatron, das jetzt im Handel billig zu haben ist (6 1/2 Thlr. pro Ctr.) in 12–15 Pfd. Wasser gelöst.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: