Titel: Ueber Darstellung von Uhrmacheröl.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 178/Miszelle 8 (S. 166)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj178/mi178mi02_8

Ueber Darstellung von Uhrmacheröl.

Man verwendet hierzu das beste Olivenöl von der ersten Pressung vollkommen gereifter Oliven, nachdem dasselbe gut abgelagert ist und setzt dasselbe einer Temperatur von einigen Graden unter dem Gefrierpunkt aus, wodurch sich die schleimigen Theile und sonstigen fremdartigen Stoffe abscheiden. Das klar gebliebene flüssige Oel gießt man vorsichtig ab und filtrirt es durch einen Becher von Lindenholz oder Hollundermark. So erhält man ein Oel, welches mehrere Jahre flüssig bleibt und die Zapfen der Räder nicht angreift.

Klauenfett, auf diese Weise behandelt, liefert ein minder brauchbares Oel, da ihm die Kälte zu viel Fettstoff entzieht.

Ein anderes Verfahren, das Olivenöl für die Uhrmacherei zu reinigen, besteht darin, daß man das Oel in eine weiße Glasflasche gießt, ein Stück Blei so hineinstellt daß es daraus hervorragt, und dann das Oel der Einwirkung der Sonnenstrahlen aussetzt. Das klare Oel wird nach einiger Zeit abgegossen und hält sich nun flüssig, ohne zähe zu werden; indessen ist solches Oel nicht ganz so säurefrei, wie das nach oben beschriebener Methode dargestellte.

Eine aus Amerika im Handel vorkommende Sorte Uhrmacheröl, angeblich ein Fischöl, hält sich nicht länger als beiläufig ein Jahr, was seine Verwendbarkeit sehr beeinträchtigt.

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