Titel: Ueber die Wichtigkeit, langfaserige Baumwolle bei der Collodiumbereitung anzuwenden.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 178/Miszelle 9 (S. 166–167)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj178/mi178mi02_9

Ueber die Wichtigkeit, langfaserige Baumwolle bei der Collodiumbereitung anzuwenden.

Professor Hardwich hat seiner Zeit sehr genaue (und die ersten genauen) Vorschriften und einen systematischen Gang für die sichere Darstellung photographischen Collodiums mitgetheilt.30) Er nahm Baumwolle von Sea Island und andere langfaserige von New-Orleans verschiffte Sorten. Seit Ausbruch des amerikanischen Bürgerkriegs waren solche wirklich gute Baumwollsorten nicht mehr leicht zu beschaffen und äußerst theuer, so daß Professor Dawson (wie er im British Journal berichtet) eine geringere Qualität in Anwendung brachte in der Ansicht, die Einwirkung der Säuren werde bei in gleicher Weise gereinigter Baumwolle auch denselben Erfolg haben. Diese Ansicht war irrig. Die Säuren waren genau in denselben Verhältnissen gemischt,31) der Wassergehalt war derselbe wie früher, dennoch löste sich die neue |167| Baumwolle sofort darin auf; Sea Island-Baumwolle gab darin ganz vorzügliches Pyroxylin. Erst nachdem der Wassergehalt der Mischung auf ein Zehntel reducirt wurde, gab sie mit der kurzfaserigen Baumwolle ein ziemlich gutes Resultat; doch niemals gelang es, damit vollkommen lösliches Pyroxylin oder gut haftendes Collodium zu erzeugen.

Es sollten also in allen Vorschriften für Pyroxylin nicht nur Verhältniß, Grad und Temperatur der Säuremischung und Gewicht der Baumwolle angegeben werden, auch die Länge der Faser ist in Betracht zu ziehen.

Von allen durch Hrn. Dawson untersuchten Baumwollsorten erwies sich die Sea Island-Baumwolle als die beste; darnach kommt die langfaserige egyptische. Man beachte, daß neuerdings lang- und kurzfaserige Sorten gemischt vorkommen. (Photographisches Archiv. September 1865, S. 342.)

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Man vergleiche: Hardwich's Manual der photographischen Chemie. Berlin bei Grieben.

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Theile Schwefelsäure (1,891 spec. Gew.), 1 Theil Salpetersäure (1,992 spec. Gew.), 1/2 Theil Wasser, Temperatur 66° Cels.

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