Titel: Präparirung der Fässer für Petroleum nach S. Cowles.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 178/Miszelle 10 (S. 246–247)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj178/mi178mi03_10
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Präparirung der Fässer für Petroleum nach S. Cowles.

Eine passende Fastage für Petroleum ist bekanntlich ein wahres Bedürfniß, da Fässer, die für andere Flüssigkeiten vollständig dicht erscheinen, namentlich das leichte Petroleum sehr schnell durchlassen. Man wendet jetzt zum Transport und zum Aufbewahren des Petroleums meist eiserne, inwendig mit Zinkblech verkleidete, fest verschraubte Kästen oder eisenblecherne Cylinder an, und neuerdings hat man (wie im polytechn. Journal Bd. CLXXV S. 87 erwähnt) die Fässer durch Tränken mit einer concentrirten Potaschelösung und einem äußeren Anstrich mit Oelfirniß dicht gemacht. Das letztere Verfahren wird nach dem im Mechanics' Magazine veröffentlichten Patent von S. Cowles in New-York auf folgende Weise ausgeführt: In einem eisernen Gefäß, das groß genug ist, um eins oder mehrere der zu behandelnden Gefäße aufzunehmen, erwärmt man Leinöl auf 70 oder 92° C. und zwar ersteres für alte, trockene, letzteres für neue Fässer. In dieses Oel bringt man die Fässer eins nach dem anderen, indem man zuvor die Spundlöcher verschließt, so daß das Oel nur auf die äußere Fläche wirken kann und bewegt sie so darin herum, daß alle Theile mit dem warmen Oele in Berührung kommen; einige Secunden sind hierzu genügend, doch schadet eine längere Dauer nicht. Dann nimmt man die Fässer heraus und behandelt sie, entweder noch im warmen Zustand oder erst nach dem Abkühlen, im Innern, wozu man eine gesättigte Potaschelösung auf circa 90° C. in einem Gefäß erhitzt, das mit einem Hahn versehen ist, so daß man die Fässer leicht durch das Spundloch füllen kann. Werden die Fässer voll gefüllt, so kann man sie ruhig stehen lassen, werden sie aber nur zum Theil gefüllt, so müssen sie häufig umgedreht werden. Die Lösung dringt rasch ein, und je nachdem die Fässer mehr oder weniger gefüllt waren, ist das Holz in einigen Minuten bis 1–2 Stunden gesättigt. Die Lösung kann dann in den Behälter zurückgebracht und weiter verwendet werden. Das Petroleum soll in die Fässer möglichst rasch nach deren Präparirung eingefüllt werden, doch schadet eine Verzögerung von einigen Tagen nicht merkbar. Statt des Leinöles können auch verschiedene andere Oele mit oder ohne Zusatz von Bleiglätte etc. verwendet werden. (Deutsche Industriezeitung, 1865, Nr. 39.)

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