Titel: Verstärkung der Negativs, von Carey Lea.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 178/Miszelle 6 (S. 243–244)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj178/mi178mi03_6

Verstärkung der Negativs, von Carey Lea.

Beim Verstärken der Negativs kommt es zuweilen vor, daß die Details zugedeckt, feine Linien begraben und Halbtöne in Lichter verwandelt werden. Ich habe gefunden, daß durch nachherige Anwendung einer sehr schwachen Cyankaliumlösung das Bild wieder vollkommen geklärt, gleichzeitig aber auch verstärkt wird.

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Wenn man das Negativ vor der Verstärkung hat trocknen lassen, so sind die Ränder zuvor mit einem Rand von Spirituslack zu versehen; nach dem Trocknen des verstärkten Bildes ist die Schicht mit einer Auflösung von Gelatine oder arabischem Gummi zu überziehen, da sie ohne diese Maßregel beim Trocknen sich abblättern kann. Dreißig Gran Gelatine per Unze Wasser sind ein passendes Verhältniß. Eine schwächere Lösung macht nöthig, das Negativ nach dem Trocknen zu firnissen, was jedenfalls anzuempfehlen ist, wenn viele Abdrücke von dem Negativ zu machen sind.

Die zum Klären der Lichter und zum Schwärzen des Quecksilberniederschlages dienende Cyanlösung darf nicht stärker seyn als 1 bis 2 Gran per Unze, und muß abgewaschen werden, sobald sie ihre Wirkung gethan hat, da sie sonst den Niederschlag wieder zu weißen strebt. Aus demselben Grunde muß man beim Aufgießen der Lösung darauf bedacht seyn, eine recht gleichmäßige Wirkung zu erzielen; am besten wird die Lösung als Bad angewandt.

Da dieses Verfahren zu gleicher Zeit die Lichter klärt und die Schatten intensiv macht, so dürfte es für die Verstärkung von Negativen nach Stichen sehr werthvoll seyn, wo jede Spur von Schleier vermieden und jede feine Schattirung bewahrt werden muß.

Ich bedaure fast, eine neue Anwendung des Cyankaliums in der Photographie vorzuschlagen, eines Präparats, das wegen seiner giftigen Eigenschaften so sehr zu fürchten ist. Am besten wird man das Bild in ein Bad von 1 Gran Cyankalium per Unze Wasser eintauchen; denn gießt man die Lösung über die Platte, so ist es sicher, daß etwas davon über die Finger fließt. Oft mag dieß allerdings nicht schaden, aber über kurz oder lang folgen die Uebelstände. (Photographisches Archiv, October 1865, S. 371.)

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