Titel: Transparente Lackfarben aus Anilinfarbstoffen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 178/Miszelle 10 (S. 326)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj178/mi178mi04_10

Transparente Lackfarben aus Anilinfarbstoffen.

In dem neuesten Hefte seines chemisch-technischen Repertoriums (1865 I) macht Dr. Jacobsen darauf aufmerksam, daß das käufliche Anilin bei seinem jetzigen niedrigen Preise (25 Sgr. und darunter) verdiene, auf weitere technische Verwendung geprüft zu werden. So löst das Anilin den Kautschuk (in der Wärme in ziemlich bedeutender Menge), wohl alle Harze mit sauren Eigenschaften, Anilinfarbstoffe etc. Schellack löst sich völlig in Anilin auf und färbt man die dickliche Lösung mit einer concentrirten Lösung einer Anilinfarbe in Anilin, so erhält man Farblösungen, die sich sehr gut zum Malen transparenter Bilder auf Glas, zum Malen auf Porzellan etc. eignen. Anilinfarben in Anilin gelöst besitzen in der Transparenz ein hohes Lüster und die schellackhaltige Farblösung haftet ganz vortrefflich auf Glas und Porzellan. Man kann auch direct Anilinfarbstoffe in der Schellack-Anilinlösung durch Erwärmen auflösen, nur nicht Fuchsin, weil dieses durch Erhitzen mit Schellack bekanntlich in Blau (Bleu de Mulhouse) übergeführt wird, weßhalb man eine kalt bereitete Lösung von Fuchsin in Anilin mit der Schellack-Anilinlösung mischen muß. Diese Farblösungen lassen sich auf der Palette auch mit Oelfarben mischen und kann man dadurch in einzelnen Farben eine Brillanz der Töne erzeugen, die Oelfarben sonst nicht zeigen, nur muß der zu den Oelfarben verwendete Firniß bleifrei seyn; auch darf man die Anilinfarben nicht mit Bleifarben mischen, sollen sie nicht, namentlich das Fuchsin, rasch zerstört werden.

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