Titel: Die sogenannte Pharaonsschlange.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 178/Miszelle 8 (S. 325)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj178/mi178mi04_8

Die sogenannte Pharaonsschlange.

Unter dem Namen Pharaonsschlange kommt seit einiger Zeit in Paris (und jetzt auch als deutsches Fabricat) ein Spielzeug in den Handel, welches auf einer eigenthümlichen, von Wöhler im J. 1821 entdeckten Eigenschaft des Schwefelcyanquecksilbers beruht. Erhitzt man diese Verbindung gelinde, sagt W., so schwillt sie plötzlich, sich gleichsam aus sich selbst in wurmartigen Gestalten windend, um das Vielfache ihres vorigen Umfanges zu einer sehr leichten Masse, unter Entwickelung von etwas Schwefelkohlenstoff, Stickstoff und Quecksilber, auf. In Paris mischt man dieselbe in gewissen Verhältnissen mit chlorsaurem Kali und formt daraus kleine Cylinder. Beim Erhitzen krümmt sich ein solcher Cylinder wie eine Schlange und nimmt ein schuppiges Aussehen an. Die Schachteln, in denen diese „Schlangen“ verkauft werden, sind allerdings mit der Aufschrift „Gift“ versehen, doch ist vor diesem Spielzeug noch ganz besonders zu warnen, da dasselbe gewissen Bonbons ähnlich steht, und in Paris bereits Unglücksfälle verursachte. (Deutsche Industriezeitung, 1865, Nr. 40.)

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