Titel: Ausdehnung und Zusammenziehung des Mauerwerks.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 178/Miszelle 4 (S. 411)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj178/mi178mi05_4

Ausdehnung und Zusammenziehung des Mauerwerks.

Ueber die Ausdehnung und Zusammenziehung des Mauerwerks in Folge der Temperaturänderungen sind von Bruniceau in Paris auf dem Wege zahlreicher Versuche sehr interessante Data ermittelt worden. Obgleich diese Dimensionsänderungen im Kleinen sehr unbeutend scheinen, so können sie doch bei großer Länge der Mauern von zerstörendem Einflüsse seyn, namentlich wenn die Herstellung bei einer extremen Temperatur stattfindet. Mörtel, Cement und Beton unterliegen im Allgemeinen stärkeren Dimensionsänderungen als gebrannte und natürliche Steine. Bei den ersteren beträgt dieselbe per 1 Meter Länge und 1° C. Temperaturdifferenz etwa 1/100 bis 1/70 Millim., bei den letzteren nur 1/190 bis 1/120 Millimeter. Rechnet man durchschnittlich 1/120, und würde man eine Mauer von 1000 Meter Länge (etwa eine Stützmauer) bei + 20° C. herstellen, so ergäbe sich für diese bei – 20° C. eine Zusammenziehung – 1000. 1/120. 40 Millim. oder 1/3 Meter. Diese wird zwar nicht an einem Punkte zur Wirkung kommen, aber die Oeffnungen der sich trennenden Querfugen und die Risse werden zusammengenommen die angegebene Größe ungefähr erreichen. In solchen Fällen sind also Constructionen in Anwendung zu bringen, durch welche die Wirkungen dieser Ausdehnung und Zusammenziehung in unschädlichen Grenzen gehalten werden. (Bayerische Gewerbeblätter.)

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