Titel: Verfahren beim Formen des Gypses.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 178/Miszelle 7 (S. 412)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj178/mi178mi05_7

Verfahren beim Formen des Gypses.

Abate hat verschiedene Methoden probirt, um den Gyps mit einer möglichst kleinen Wassermenge anzurühren. Die Anwendung des Wassers in Dampfform, welche zugleich das einfachste Verfahren bildet, gab ihm die besten Resultate. Man bringt den Gyps in einer cylindrischen Trommel mit einem Dampfkessel in Verbindung; der Gyps absorbirt so in ganz kurzer Zeit die beabsichtigte Menge Wasser, die man mittelst der Gewichtszunahme der Trommel genau reguliren kann. Mit dem so präparirten Gyps, welcher stets seinen pulverförmigen Zustand behält, so daß er durch sein Ansehen die Gegenwart des Wassers nicht zu erkennen gibt, füllt man die in angemessener Weise angeordneten Formen und setzt das Ganze dann der Wirkung einer hydraulischen Presse aus, so daß die Gypstheile zusammengedrückt werden. Die Operation ist in wenigen Augenblicken beendet, und die Gegenstände sind, nachdem sie sodann aus den Formen genommen, sogleich fertig.

Der so behandelte Gyps ist vollkommen dicht und hart, und nimmt eine Politur an, wie Marmor. Die feinsten Basreliefs, Medaillen etc. kann man nach diesem Verfahren mit der ganzen Vollkommenheit des Originals reproduciren. Eine dreijährige Erfahrung hat dem Verfasser die Unveränderlichkeit der erzeugten Gypsgegenstände unter den atmosphärischen Einflüssen gezeigt, so daß der Gyps nach diesem Verfahren also auch für Arbeiten, die der freien Luft ausgesetzt sind, anwendbar ist. Man kann der Masse auch verschiedene Farben geben und dadurch den farbigen Marmor nachahmen. (Schöpfer's Handwörterbuch.)

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