Titel: Ueber die Darstellung eines auf Stein, Metallen, Holz etc. anwendbaren Emails oder Schmelzüberzugs auf kaltem Wege, von Miller.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1865, Band 178/Miszelle 7 (S. 468–469)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj178/mi178mi06_7

Ueber die Darstellung eines auf Stein, Metallen, Holz etc. anwendbaren Emails oder Schmelzüberzugs auf kaltem Wege, von Miller.

Die Darstellung dieses Emails besteht im Wesentlichen darin: 1) Mineralsalze oder Oxyde, welche mit Kieselsäure Silicate zu bilden fähig sind, in einer syrupdicken Lösung von Natron-Wasserglas mit einer bestimmten Menge Kieselsäure anzurühren; |469| 2) diese Silicate mittelst eines Fixirungsmittels niederzuschlagen, welches aus einem durch doppelte Zersetzung wirkenden Salze besteht.

Das künstlich dargestellte kieselsaure Natron (Natron-Wasserglas) wird in Wasser gelöst und die Lösung zur Syrupsconsistenz concentrirt; dann wird das anzuwendende feingeriebene Mineral, mit Kieselsäure (feingeriebenem Quarz) gemengt, der Wasserglaslösung zugesetzt und durch sorgfältiges Zusammenreiben mit der letzteren zu einer hinlänglich homogenen Paste oder einem breiartigen Teige verwandelt.

Dieser letztere wird mittelst eines Pinsels auf den Gegenstand, den er nicht allein ecoriren, sondern auch gegen die Einwirkung der Atmosphäre schützen soll, aufgetragen; ist die aufgetragene Schicht trocken geworden, so wird mit einem anderen Pinsel das flüssige Fixirungsmittel oder Reagens, welches aus der mehr oder weniger klaren Lösung eines Salzes besteht, durch das die Silicate niedergeschlagen werden sollen, darüber gestrichen.

Dieser Niederschlag entsteht erst nach einiger, Zeit und nachdem die aufgetragenen Substanzen völlig erhärtet sind, erhält der mit dem Email überzogene Gegenstand, der auf mehrere Millimeter Dicke gewissermaßen eine ganz neue Structur erhalten hat, in Folge der vollständigeren Cohärenz seiner Oberfläche, eine weit größere Dauerhaftigkeit, und zeigt ein ganz verschiedenes Ansehen, welches sich innerhalb gewisser Grenzen dadurch nach Belieben abändern läßt, daß man 1) den Kieselsäurezusatz verstärkt, wenn man ein Email von größerer Strengflüssigkeit besonders zum Formen etc. haben will, in welchem Falle man 2/3 bis 3/4 Kieselsäure (fein gemahlenen Quarzsand) nimmt; 2) daß man die Menge des Natron- oder auch Kali-Wasserglases vermehrt, und zwar um so stärker, ein je leichter verglasbares Product man zu erzielen beabsichtigt. (Armengaud's Génie industriel, August 1865, S. 86.)

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