Titel: Niepce, über Wiedergabe der Schwärzen bei der Heliochromie.
Autor: Niépce de Saint‐Victor, Claude M.
Fundstelle: 1866, Band 179, Nr. XV. (S. 57)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj179/ar179015

XV. Ueber die Wiedergabe der Schwärzen beim heliochromischen Verfahren; von Niepce aus Saint-Victor.

Aus den Comptes rendus, t. LXI p. 698; October 1865.

Die Wiedergabe der Schwärzen in der Heliochromie ist ohne Zweifel noch außerordentlicher als die der Farben.

Man kann die Schwärzen nach vier Verfahrungsarten erlangen.

Das erste Verfahren ist das interessanteste, weil es ein reines Schwarz, sowohl in der Camera als im Copirrahmen, zu erlangen gestattet; dieses Resultat erhält man, indem man auf das Chlorsilber eine sehr alkalische Flüssigkeit einwirken läßt.

Das zweite Verfahren besteht darin, ein schwach angedeutetes Schwarz zu entwickeln, welches ich „Schwarz durch Reduction des Chlorsilbers“ nennen werde.

Das dritte Verfahren besteht darin, ein kaum angedeutetes Schwarz dem Einflusse des zerstreuten Lichtes auszusetzen; ich werde es „Schwarz durch Veränderung des belichteten Chlorsilbers“ nennen.

Ein viertes Verfahren endlich gestattet einen dunkeln, dem Schwarz sich nähernden Ton zu erhalten, indem man auf die empfindliche Schicht nacheinander zwei Complementärfarben, z.B. Blau und Orange, wirken läßt, welche einen grauschwarzen Ton geben; fast dasselbe Resultat erhält man mit Grün und Roth; Gelb und Violett hingegen erzeugen nur ein helles Grau.

Um reine Schwärzen zu erhalten, muß man, wie ich gesagt habe, auf das Chlorsilber eine sehr alkalische Flüssigkeit einwirken lassen; hierbei darf man aber gewisse Grenzen nicht überschreiten, weil man sonst nur Weißen und Schwärzen ohne Farben erhalten, also in das Gebiet der gewöhnlichen Photographie zurückfallen würde, nur mit dem Unterschied, daß man statt eines directen oder positiven Bildes ein umgekehrtes oder negatives erhielte.

Ich werde der (französischen) Akademie nächstens diese neue Präparation der Silberplatte mittheilen, und zugleich Stereoskopbilder vorzeigen, worin nicht nur alle Farben mit Schwärzen und Lichtern, sondern selbst der Glanz der Metalle und das Flimmern der Edelsteine sichtbar seyn werden.

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