Titel: Ueber die Zauber-Photographien (sympathetische Photographie).
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1866, Band 180/Miszelle 10 (S. 165–166)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj180/mi180mi02_10
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Ueber die Zauber-Photographien (sympathetische Photographie).

So nennt man eine überraschend interessante photographische Unterhaltung, die unter jene Modespielereien gehört, welche wie die letzte gefährliche (die Schlangen-Pharao's) wohl auch chemischen Ursprungs, aber dennoch nützlich, gefahrlos und angenehm genannt werden kann. Diese Zauber-Photographien bestehen in weißen satinirten Eiweißpapieren von der Größe unserer Visitkartenporträts. Auf denselben befindet sich ein für den Kenner wie für den Laien unsichtbares Bild. Soll dasselbe sichtbar werden, so legt man das Papier auf einen flachen Teller mit der weißen glänzenden Seite nach oben, gibt darauf ein dazu bestimmtes Saugpapier und benetzt dieses mit einigen Tropfen Wasser, bis es sich vollgesogen hat. Es wird nun dieses angefeuchtete Papier auf das darunter liegende aufgedrückt und die früher weiße glänzende Oberfläche wird gelbbraun und eine scharfe, vollkommen gelungene Photographie tritt hervor, die dann mit Wasser etwas abgespült wird, um nach Beseitigung etwaiger Unreinigkeiten sodann auf die beigegebenen Cartons aufgeklebt zu werden.

Das Verschwinden der Photographie wird dadurch bewirkt, daß man das fertige Bild, sowie es aus dem Copirrahmen kommt, mit Aetzsublimat behandelt, welches die Eigenschaft besitzt, die Photographie nicht allein zu bleichen, sondern sogar ganz verschwinden zu machen. (Wochenschrift des nieder-österreichischen Gewerbevereins, 1866, Nr. 15.)

In der Sitzung des photographischen Vereins zu Berlin vom 16. März d. J. zeigte Hr. Grüne die neue hübsche photographische Spielerei vor. Nach seiner Angabe sind die Albuminpapiere nach dem Copiren fixirte Silberbäder, die in Quecksilbersublimat bis zum Verschwinden des Bildes gebadet und dann ausgewaschen sind. Das Löschpapier enthält unterschwefligsaures Natron, dieses reagirt auf die im Papier zurückgebliebenen Metallsalze unter Bildung von braunschwarzen Schwefelmetallen. (Photographische Mittheilungen des Berliner Vereins, April 1866, S. 6.)

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