Titel: de Bergue's Separator-Hohofen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1866, Band 181, Nr. XIII. (S. 57–59)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj181/ar181013

XIII. Der Separator-Hohofen mit umgekehrter Flamme, von de Bergue.

Aus Armengaud's Génie industriel, Januar 1866, S. 47.

Mit Abbildungen auf Tab. I.

Hr. de Bergue hat für Hohöfen, sowie für die zum Umschmelzen des Roheisens dienenden Oefen ein neues System combinirt, welches sich durch die nachstehenden Einrichtungen von den bisher üblichen Systemen unterscheidet:

1) das Brennmaterial kommt in einen besonderen Raum, welcher von dem zur Aufnahme der Beschickung bestimmten Raum getrennt ist;

2) der zur Verbrennung erforderliche Luftstrom wird durch Ventilatoren auf das Brennmaterial geleitet, so daß die Flamme in umgekehrter Richtung wirken muß;

3) das Aufgeben des Brennmaterials geschieht, ohne daß der dasselbe aufnehmende Raum mit der äußeren Luft in Berührung kommt.

Das Wesen und die Eigenthümlichkeiten dieser Erfindung werden |58| aus Fig. 11, welche im verticalen Durchschnitt einen nach dem de Bergue'schen System eingerichteten Hohofen darstellt, deutlich werden.

Das Rohr A, welches runde, quadratische oder polygonale Form und, wie in Fig. 11, eine glatte, oder, wie in Fig. 12, eine gekerbte oder mit Furchen versehene Innenfläche haben kann, besteht aus feuerfestem Material oder aus Metall, und kann mit Wassercirculation versehen werden; zu dem Tiegel oder Herde C steht es senkrecht oder geneigt und nötigenfalls kann an seiner Basis ein Rost angebracht werden, um die Beschickung zurückzuhalten. Mittelst einer beliebigen Vorrichtung (durch Hebel, Zahnstange und Trieb etc.) kann dieses Rohr A mehr oder weniger tief in den Herd C hinabgesenkt werden; an seinem oberen Ende communicirt es mit dem Gestelle O des Hohofens. Es dient als Aspirator für die aus dem Brennmaterial entwickelten und zum Schmelzen der Beschickung bestimmten brennenden Gase.

Der Herd oder das Untergestell C hat die Form eines Beckens und dient zur Aufnahme des Brennmaterials; er ist durch eine eiserne Armatur I verstärkt und mit einem ringförmigen Deckel K verschlossen, in welchen die Windleitungsröhren M, M' eines Ventilators münden. Der von letzterem zugeführte gepreßte Wind streicht durch das im Herde eingeschlossene Brennmaterial und treibt die Flamme und die Verbrennungsproducte desselben in das Rohr A. Der Ofenschacht, welcher die Beschickung aufnimmt, hat eine trichterförmige Gestalt und besteht aus der Gicht B' und der in das Obergestell O auslaufenden Rast E.

Das Ganze wird von einem gußeisernen, auf den Pfeilern P, P ruhenden Kranze getragen. Das Aufgeben des Brennmaterials in den Herd C geschieht ohne jede Communication zwischen dem Inneren des letzteren und der äußeren Luft. Zu diesem Behufe sind auf dem Deckel K ringsum Oeffnungen S Fig. 13 vertheilt, auf welche Büchsen U geschoben werden können, deren offene Böden in Form eines Flantsches verlängert sind, welcher zum Verschließen der entsprechenden Oeffnung des Deckels K dient.

Jede Büchse ist mit einem Deckel V versehen, welcher nur geöffnet wird, um sie mit Brennmaterial zu füllen. Soll der Inhalt der Büchsen in den Herd gestürzt werden, so braucht man sie nur auf dem Deckel zu verschieben, so daß ihre Böden den Oeffnungen S gegenüber kommen.

Ist das Brennmaterial auf diese Weise in den Herd gefallen, so werden die Büchsen in ihre vorige Lage zurückgeschoben, so daß ihre Verlängerungen oder Flantschen die Oeffnungen des Deckels verschließen.

Soll der Ofen angeblasen werden, so wird das Brennmaterial unmittelbar durch den Deckel in den Herd gestürzt und die Beschickung |59| wird durch die Gicht B' in die Rast E, das Gestell O und die als Aspirator dienende Röhre A aufgegeben. Dann wird das Brennmaterial angezündet, der Ventilator angelassen und der Gebläsewind durch die Windleitungsröhren M, M' dem Herde zugeführt. Die Flamme und die gasförmigen Verbrennungsproducte werden von unten nach oben in das Rohr A getrieben; durch die von denselben entwickelte Hitze schmilzt die Beschickung und fließt in den Herd, dessen unteren Theil sie füllt.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Tafeln


Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: