Titel: Ueber Thalliumglas, von Lamy.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1866, Band 181/Miszelle 6 (S. 76–77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj181/mi181mi01_6

Ueber Thalliumglas, von Lamy.

Da die vom Verf. dargestellten Thalliumalkoholate sich durch ihr bedeutendes Brechungs- und Dispersionsvermögen sehr auszeichnen, so hat der Verfasser jetzt versucht, im gewöhnlichen Glase das Kali oder das Blei durch Thallium zu ersetzen, um so ein Glas mit größerem Brechungsvermögen zu erhalten. Es ist dich vollständig gelungen. Bei einem ersten Versuche wurde aus 300 Th. Sand, 400 Th. reinem kohlensauren Thallium und 100 Th. kohlensaurem Kali ein leicht schmelzbares und leicht affinirbares Glas erhalten, aber die erkaltete Masse war nicht homogen. Die oberen Schichten im Tiegel waren weniger gelb, specifisch leichter und weniger reich an Thallium als die unteren. Eine zweite Probe wurde aus 300 Th. Sand, 200 Th. Mennige und 335 Th. kohlensaurem Thallium bereitet. Das Gemenge schmolz leichter und ließ sich leichter affiniren, als das vorige; das Glas war völlig homogen und besaß eine angenehme gelbe Farbe. Das spec. Gewicht 4,235 und der Brechungsindex 1,71 (für den gelben Strahl) waren größer als bei allen bekannten Glassorten. Durch Veränderung der Thalliummenge erhielt der Verf. Glasarten, deren specifisches Gewicht zwischen 4,235 und 5,625 und deren Brechungsindex zwischen 1,71 und 1,965 schwankte.

Aus diesen Versuchen schließt der Verf. 1) daß das Thallium das Kalium besser als das Blei im Glase ersetzen kann; 2) daß das Thallium dem Glase eine gelbe Farbe ertheilt; 3) daß das Thalliumglas specifisch schwerer und stärker brechend als das Kaliglas ist; und 4) daß sich diese Eigenschaften des Thalliumglases unzweifelhaft bei der Darstellung gewisser optischer Gläser und künstlicher Edelsteine verwerthen |77| lassen. (Aus dem Bulletin de la Société chimique, März 1866, durch die Zeitschrift für Chemie.)

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