Titel: Ueber einen Diamant, welcher durch Erhitzen rosenroth wird.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1866, Band 181/Miszelle 2 (S. 235–236)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj181/mi181mi03_2

Ueber einen Diamant, welcher durch Erhitzen rosenroth wird.

Die HHrn. Halphen haben der französischen Akademie in der Sitzung vom 7. Mai ds. Is. einen etwa 4 Gramme wiegenden Diamanten vorgelegt, welcher eine, ihres Wissens, bisher noch nicht beobachtete Erscheinung zeigt.

Im normalen Zustande besitzt dieser Stein eine weiße, schwach in's Bräunliche ziehende Farbe. Wird er hingegen der Wirkung des Feuers ausgesetzt, so nimmt er einen sehr hübschen rosenrothen Farbenton an, den er acht bis zehn Tage lang behält, dann aber nach und nach verliert, bis er wieder seine ursprüngliche normale Farbe zeigt. Diese Veränderung läßt sich beliebig oft hervorbringen, ebenso die Wiederkehr des normalen Zustandes; mit dem der Akademie vorgelegten Diamanten war diese Probe fünfmal angestellt worden.

Die erwähnte Erscheinung zog zuerst die Aufmerksamkeit eines Beobachters auf sich, welcher an diesem Diamant zufällig die längere Einwirkung des Feuers erprobte. Fernere, seitdem mit anderen Diamanten angestellte Versuche gaben nicht das gleiche Resultat.

Die Färbungsfrage des Diamanten ist von unverkennbarer Bedeutung durch die Thatsache, daß der Stein in dem Zustande, in welchem er der Akademie vorgelegt ward, also in seinem normalen Zustande, einen Werth von ungefähr sechzigtausend Franken hat, während sein Werth im rosaroth gefärbten Zustande, falls diese Färbung |236| beständig wäre, einhundertundfünfzig bis zweimalhunderttausend Franken betragen würde.

Die HHrn. Halphen haben bereits früher einen Stein gefunden, der beim Reiben rosenroth wurde, diese Farbe aber fast sogleich wieder verlor. (Comptes rendus t. LXII, p. 1036; Mai 1866.)

Hr. Gallardo-Bastant, welcher sich mit dem Studium der Edelsteine beschäftigt, glaubt eine Erklärung der erwähnten Erscheinung geben zu können; er sagt:

„Der gelbliche Diamant ist eine Verbindung von Kohlenstoff und Fluoraluminium, und seine gelbliche Farbe verändert sich beim Erhitzen in Rosenroth; dieselbe Erscheinung beobachtet man mit dem Topas, welcher eine Verbindung von Thonerde, Kieselerde und Flußsäure ist, und dessen gelbliche Farbe bei erhöhter Temperatur in Rosenroth übergeht. Die Umänderung der gelblichen Farbe in Rosenroth wird durch die Absorption der Kohlensäure verursacht; in der That findet man bei der Analyse Spuren von diesem Gase.“ Comptes rendus, t. LXII p. 1193; Mai 1866.)

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