Titel: Verbessertes Verfahren beim Ausglühen des Drahtes, von Hibell.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1866, Band 181/Miszelle 3 (S. 410–411)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj181/mi181mi05_3

Verbessertes Verfahren beim Ausglühen des Drahtes, von Hibell.

Nach dem bisherigen Gebrauche bestehen die Glühtiegel aus hohlen gußeisernen Cylindern. die am Boden geschlossen sind und während des Glühens durch einen Deckel ziemlich luftdicht verschlossen werden. Diese Tiegel werden in einem Ofen aufgestellt und mit den zu glühenden Gegenständen gefüllt. Nach dem Füllen wird der Ofen bis zu dem erforderlichen Grade erhitzt und nachher mit den Tiegeln und ihrem Inhalt abkühlen gelassen. Bei diesem Verfahren wird aber die Oberfläche des Drahtes mehr oder weniger mit Glühspan bedeckt, der durch Beizen entfernt werden muß, ehe der Draht bis zu der erforderlichen Dicke ausgezogen werden kann.

Nach Hibell's verbessertem Verfahren sind die Tiegel aus zwei hohlen gußeisernen Cylindern von verschiedenen Durchmessern zusammengesetzt, von denen der kleinere in den größeren eingesetzt wird. Der ringförmige Raum zwischen den beiden Cylindern dient zur Aufnahme der auszuglühenden Gegenstände. Der Boden desselben ist geschlossen, und vor dem Glühen wird ein Deckel aufgelegt, der ebenfalls luftdicht verschlossen wird. Der Draht zeigt nach dem Glühen durchaus gar keinen Glühspan und braucht daher nicht gebeizt zu werden. Die Qualität des Drahtes wird insofern verbessert, als er biegsamer wird, und andererseits wird der Gewichtsverlust durch das Abbeizen erspart. Nach dem alten Verfahren muß Draht Nr. 4, ehe er bis zu Nr. 18 ausgezogen werden kann, sechs Mal gebeizt und fünf Mal geglüht werden. Nach dem neuen Verfahren braucht derselbe Draht nur ein Mal gebeizt und ein Mal geglüht zu werden. Nach dem alten Verfahren sind eilf Tage nothwendig, um den Draht bis zu |411| dem bezeichneten Feinheitsgrad auszuziehen, nach dem neuen fünf. Es wird also an Zeit, Brennmaterial und Säure erheblich gespart und dabei eine viel vorzüglichere Qualität des Drahtes erhalten. Die neuen Tiegel sind übrigens erheblich kleiner als die alten und können daher auch leichter transportirt werden. (Mechanics' Magazine, Mai 1866, S. 279; polytechnisches Centralblatt, 1866 S. 825)

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