Titel: Vergolden des Glases.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1866, Band 181/Miszelle 6 (S. 411–412)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj181/mi181mi05_6
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Vergolden des Glases.

Glas läßt sich spiegelnd und dauerhaft nur in der Wärme vergolden. Die in der Kälte dargestellten Vergoldungen besitzen zwar eine sehr schöne Farbe und einen hohen Glanz, aber sie lösen sich beim Waschen mit Wasser ab. Zur Bereitung der Vergoldungsflüssigkeit setzt man zu einer Lösung von Gold in Königswasser auf je 1000 Theile Gold 292 Thle. Kochsalz, dampft zur Trockne ein und läßt die Wärme so lange einwirken, bis alle freie Säure entfernt ist, d.h. bis man keinen sauren Geruch mehr wahrnimmt. Den Rückstand löst man in Wasser auf und zwar der Art, daß die Lösung in 1000 Kub. Centimet. Flüssigkeit genau 1000 Miligrm. Gold enthält. Mit dieser Lösung bereitet man sich zwei andere Flüssigkeiten; zu der einen mischt man 50 K. C. der Goldlösung mit 20 K. C. einer Natronlauge von 1,035 spec. Gewicht und 300 K. C. Wasser, erhitzt das Ganze bis zum Sieden und kocht bis 250 K. C. ein. Zur zweiten Flüssigkeit nimmt man dieselben Mengen der Goldlösung und Natronlauge, setzt 230 K. C. Wasser zu und stellt diese Mischung eine Stunde lang in siedendes Wasser. Beide Flüssigkeiten werden dann mit einander gemischt. Will man ein Glasgefäß innen vergolden, so gießt man in dasselbe den zehnten Theil seines Volumens einer Mischung von 2 Theilen Weingeist und 1 Th. Aether, füllt es sodann mit der noch heißen Flüssigkeit an und setzt es in Wasser, dessen Temperatur 80° C. nicht übersteigen darf. In 10–15 Minuten überzieht sich das Glas mit einer spiegelnden Goldhaut. Sobald die Wandungen im durchfallenden Licht undurchsichtig erscheinen oder eine tief dunkelgrüne Farbe annehmen, nimmt man das Gefäß aus dem Wasser. – Will man eine ächte Vergoldung von einer unächten unterscheiden, so bringt man einen Tropfen einer Chlorkupferlösung auf den zu prüfenden Gegenstand. Beim ächten Gold entsteht keine Veränderung, bei den Legirungen dagegen ein schwarzer Fleck. (Deutsche Industriezeitung.)

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