Titel: Groß, Werkzeug zum Abschneiden der kupfernen Stehbolzen.
Autor: Groß, A.
Fundstelle: 1866, Band 182, Nr. XXIV. (S. 83–84)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj182/ar182024

XXIV. Werkzeug zum Abschneiden der kupfernen Stehbolzen an Locomotiv-Feuerbüchsen; von A. Groß, Werkführer der Locomotiven-Reparaturwerkstätte in Eßlingen.

Mit Abbildungen auf Tab. II.

Bekanntlich werden die kupfernen Stehbolzen an den Feuerbüchsen der Locomotiven eingeschraubt, und sind dieselben zu diesem Zwecke ihrer ganzen Länge nach mit einem Gewinde und an ihrem oberen Ende mit einem viereckigen Kopfe versehen; mittelst des letzteren werden die Bolzen eingeschraubt.

Nachdem nun alle Bolzen eingesetzt sind und mit ihren Köpfen über |84| die Blechwand hervorstehen, handelt es sich darum, sie so weit abzuschneiden, daß aus dem noch überstehenden Theile ein Nietkopf geschlagen werden kann. Die Anwendung des Meißels und Hammers zum Abschneiden der Bolzen ist nicht möglich, da hierdurch das Gewinde benachtheiligt würde. Man hat in den meisten Werkstätten bisher die Bolzen mittelst kleiner Bogensägen abgesägt, eine sehr langwierige Arbeit.

Das in Fig. 4045 dargestellte Werkzeug verrichtet diese Arbeit weit schneller; es besteht im Wesentlichen aus dem Führungsstück einer Schneidkluppe, in welches statt der Backen zwei Stahlmesser eingesetzt sind. Wie aus Fig. 45 in der halben natürlichen Größe ersichtlich ist, wird auf den Bolzen ein Ring s gesteckt, von einer Dicke, welche der Höhe des Nietkopfes entspricht. Ist nun das Werkzeug über den Bolzen hergeschoben, so wird mittelst einer Schraube das eine Messer gegen das zweite bewegt und dadurch der Bolzen abgeschnitten, in ähnlicher Weise wie ein Draht durch eine Drahtzange abgezwickt wird. Der Theil m nimmt das Gleitstück mit dem oberen Messer wieder zurück.

Erfahrungsgemäß ist mittelst Anwendung dieses Werkzeuges ein Arbeiter im Stande so viele Stehbolzen abzuschneiden, als durch das frühere Verfahren mit der Säge drei Arbeiter fertig zu bringen vermochten.

Die Kluppe und das Gleitstück müssen hart gemacht werden; die Messer erhalten einen Härtegrad von Blau.

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