Titel: Coutéat's Presse zum Ausschlagen von Artikeln aus Emailmasse.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1866, Band 182, Nr. LXXVI. (S. 277–278)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj182/ar182076

LXXVI. Presse zum Formen und Ausschlagen von Artikeln aus Email- oder Glasmasse; von Coutéat in Paris.

Aus Armengaud's Génie industriel, September 1866, S. 137.

Mit Abbildungen auf Tab. IV.

Das Formen und Ausschlagen von kleinen Email- und Glasgegenständen konnte bisher nur mit Hülfe von Werkzeugen bewirkt werden, welche auf einmal immer nur ein Stück liefern, weßhalb diese Gegenstände nicht so billig hergestellt werden konnten, als es außerdem möglich wäre.

Hr. Coutéat hat nun ein Werkzeug construirt, mit welchem sehr schnell eine gewisse Anzahl von solchen Gegenständen auf einmal geformt und ausgeschlagen werden kann; das Eigenthümliche dieses Werkzeuges besteht darin, daß der Rahmen, welcher die verschiedenen Matrizen enthält, sich um ein Scharnier drehen läßt, um die fettigen Artikel leichter herausnehmen zu können.

Figur 13 und 14 stellen den kleinen Apparat theils in der Ansicht, theils im Vertical- und Horizontaldurchschnitt (nach der Linie 1–2) dar.

Das Werkzeug hat die Form einer Presse, an deren Gestell A eine Platte A' gegossen ist, welche letztere mittelst Schrauben auf einen Tisch T befestigt wird und die Matrizen m aufnimmt, die in einem um das Scharnier c drehbaren Rahmen C angebracht sind. Der Rahmen und die Matrizen ruhen auf einer kleinen Platte p, welche von einer Spiralfeder getragen wird, die in ein Gehäuse D eingeschlossen ist und deren Spannung mit Hülfe der Schraube v regulirt werden kann.

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Der die Matrizen enthaltende Rahmen wird während des Formens von dem Haken b festgehalten, welcher auf einem Zapfen angebracht ist, um kippen zu können, wenn man die kleine Stange e zieht; die Feder r hat den Zweck, den Haken b immer wieder zurückzudrücken, damit er den Rahmen c festhält.

Der Kopf E der Presse enthält ebenso viele Stempel p' als Matrizen vorhanden sind; diese Stempel bewegen sich in einer ganz geraden Linie, wenn der Kopf E eine Geradführung durch die Stangen g erhält und wenn die Stempel selbst durch die Platte a hindurchgehen.

Sobald die Stempel sich in der Höhe befinden, gießt man die Glas- oder Emailmasse, welche man formen will, auf die Matrizen m; dann treibt man die Stempel durch Drehen des Hebels H herab; die in dem Gehäuse D befindliche Spiralfeder a' hat den von den Stempeln auf die Matrizen ausgeübten Druck auszuhalten. Da die Kanten der Stempel scharf sind, so schneiden sie in derselben Zeit, wo das Formen stattfindet, das Email oder Glas ab.

Hierauf treibt man die Stempel p' wieder in die Höhe und die Glas- oder Emailabfälle, welche sich etwa an die Stempel angehängt haben, werden durch die Platte a abgestrichen, welche an einem dem Gestelle A angegossenen Vorsprung befestigt ist.

Der Arbeiter zieht dann an der kleinen Stange e, um den Rahmen von dem Haken zu befreien; hierauf klappt er letzteren mit den Matrizen mittelst der Handhabe L so weit zurück, bis er die in Fig. 13 punktirt angegebene Lage annimmt, wodurch das Herausnehmen der nun ganz fertigen Gegenstände erleichtert wird.

Die Matrizen m, welche in der Zeichnung rund dargestellt sind, können natürlich sehr verschiedene Formen und Umrisse haben.

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