Titel: Das atlantische Kabel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1866, Band 182/Miszelle 1 (S. 71)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj182/mi182mi01_1

Das atlantische Kabel.

In einem Briefe vom 30. Juli d. J. schreibt der Ingenieur der Atlantic Telegraph Company, L. Clark, von Valentia aus an den Secretär der Gesellschaft unter Anderem Folgendes: „Das nunmehr versenkte Kabel befindet sich gegenwärtig in dem besten elektrischen Zustande; mit dem jetzt angewendeten Apparate kann man volle 6 Worte per Minute signalisiren. Es steht zu erwarten, daß die Apparate verbessert werden können und bei der Anwendung eines Codex (man s. polytechn. Journal Bd. CLXXXI S. 429) dürfte die Signalisirungsgeschwindigkeit auf das Dreifache sich erhöhen. Die gegenwärtigen Signale sind stark und vortrefflich. Vor der Auslegung des Kabels betrug der Isolationswiderstand 713 000 000 Siemens'sche Einheiten per Knoten. (Eine Siemens'sche Einheit ist bekanntlich eine Quecksilbersäule von 1 Meter Länge und 1 Quadratmillimeter Querschnitt.) Nach der Auslegung des Kabels hat der Widerstand zugenommen, er beträgt jetzt 2 300 000 000 Einheiten per Knoten. Diese Zunahme ist augenscheinlich zum Theile der Temperatur, theilweise aber dem Drucke zuzuschreiben; ich werde den Einfluß dieser combinirten Einwirkungen untersuchen und die Isolationsfähigkeit des atlantischen Kabels im Vergleiche mit dem des persischen Golfes bei gleicher Temperatur und demselben Drucke gelegentlich bekannt geben. Es ist mißlich, daß die Neufundland-Linie nicht in einem so wirksamen Zustande sich befindet, daß sie die Freude in vollem Maaße hat genießen lassen. Wir haben übrigens alle Hoffnung, daß die Permanenz und Sicherheit der Linie sich bewähren werde und dürfen auch erwarten, daß das Kabel vom Jahre 1865 nunmehr zur Vollendung kommen werde.“ (Mechanics' Magazine, August 1866, S. 81.)

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