Titel: Ueber die Sauerstoffaufnahme der Zinnbleilegirungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1866, Band 182/Miszelle 11 (S. 77–78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj182/mi182mi01_10
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Ueber die Sauerstoffaufnahme der Zinnbleilegirungen.

In dieser Beziehung ist meines Wissens nicht Vieles bekannt, obschon die Frage, in welchem Verhältniß jedes der Metalle beim Erhitzen an der Luft Oxyd bilde, nicht ohne Interesse ist. Einmal läßt sich hierbei ein Schluß ziehen auf die vergleichsweise Oxydirbarkeit der beiden Metalle; es kann ferner beim häufigen Umschmelzen eine Veränderung in der Zusammensetzung des nicht oxydirten Theiles stattfinden, und kann beim Erzeugen des zu Email dienenden Oxydgemisches, falls nicht die ganze Legirung in Oxyd umgewandelt wurde, ein Gemenge entstehen, in welchem die beiden Bestandtheile anders vertheilt sind als in der Legirung. Hr. Crinsoz stellte aus gegebenen Legirungen der beiden Metalle auf meine Veranlassung durch Erhitzen an der Luft und Umrühren das Oxydationsproduct dar und trennte dieß durch Schlämmen von dem nicht oxydirten Metall, und analysirte.

Die Resultate waren:

Die Legirung bestand: Das Oxydgemenge enthielt:
I. Sn = 86,90 Sn = 96,09
Pb = 13,10 Pb = 3,91
II. Sn = 61,24 Sn = 64,60
Pb = 38,76 Pb = 35,40
III. Sn = 41,41 Sn = 41,90
Pb = 58,59 Pb = 58,10
IV. Sn = 12,42 Sn = 27,73
Pb = 86,58 Pb = 72,27

Es zeigt sich also, daß stets das Zinn mehr der Oxydation unterliegt als das Blei. Die beiden Metalle verhielten sich unter diesen Umständen also ähnlich wie in Flüssigkeiten. Verdünnte Essigsäure soll ja aus solchen Legirungen, wenn sie nicht großen Bleiüberschuß enthalten, nur Zinn lösen. In der elektrischen Spannungsreihe verhält sich das Zinn auch als das positivere gegenüber dem Blei.

Wenn obige Zunahme des Zinns in den analysirten „Aschen“ nicht in Beziehung steht zum Zinngehalte der Legirungen, so kommt dieß jedenfalls daher, daß ungleiche Quantitäten Asche in den einzelnen Versuchen erzeugt wurden. Je größer die Menge des oxydirten Theils im Vergleiche zum nichtoxydirten ist, um so mehr muß begreiflicherweise dessen Zusammensetzung mit derjenigen des Metallischgebliebenen correspondiren, da zuletzt sowohl alles Zinn als alles Blei in die Asche eingeht. Dr. P. Bolley. (Schweizerische polytechnische Zeitschrift, 1866. Bd. XI S. 120.)

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