Titel: Ueber eine neue Verbindung des Wassers mit kohlensaurem Kalk; von J. Pelouze.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1866, Band 182/Miszelle 12 (S. 78–79)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj182/mi182mi01_11

Ueber eine neue Verbindung des Wassers mit kohlensaurem Kalk; von J. Pelouze.

Wenn man einen Kohlensäurestrom in Kalkwasser von 0° oder + 1 bis 2° C. leitet, so erscheint der entstehende Niederschlag anfangs leicht und flockig, wandelt sich aber bald in ein schweres glänzendes krystallinisches Pulver um. Mit Eiswasser gewaschen und bei niedriger Temperatur getrocknet findet man, daß dieser Niederschlag genau 6 Aeq. HO auf 1 Aeq. CaO, CO² oder 52 Proc. Wasser enthält. Er wird durch Wärme sehr leicht zersetzt; so verwandelt er sich z.B. bei 30° C. in einen halbflüssigen Teig, der bloß ein Gemenge von kohlensaurem Kalk mit Wasser ist. Auch bei 20° tritt eine ähnliche Zersetzung ein, wenn auch nicht so rasch; aber auch bei noch niedrigerer Temperatur oder bei längerer Berührung mit Luft verwittert die Verbindung allmählich unter Verlust ihres Krystallwassers.

Auch auf andere Weise gelingt es, das Wasser mit dem kohlensauren Kalk zu verbinden. Wenn man z.B. in eine Chlorcalciumlösung von 0° eine gleichfalls auf 0° abgekühlte Lösung von kohlensaurem Natron gießt, so erhält man einen Niederschlag, der allmählich krystallinisch wird und dann dieselbe Zusammensetzung CaO, CO² + 6 HO hat.

Es ist bekannt, daß eine andere Verbindung mit 5 Aeq. oder 47 Proc. Wasser leicht entsteht, wenn man eine Lösung von Kalk in Zuckerwasser bei 7–8° C. an die Luft stellt. Ich erhielt dieselbe viel rascher und in ziemkich großen Rhomboëdern, als die Zuckerlösung in einer Schale einer etwas höheren aber constanten Temperatur |79| ausgesetzt wurde. Leitet man Kohlensäure in die auf + 1 bis 2° abgekühlte Zuckerlösung, so erhält man das Salz mit 6 Aeq. HO. Bei 30° und darüber entsteht aber stets wasserfreier kohlensaurer Kalk. Zwischen 0° und 30°, z.B. 10, oder 12, oder 20° entstehen Niederschläge, in welchen 10–27 Proc. HO enthalten sind. Die Menge des Wassers variirt mit der Temperatur und der Dauer des Versuches; sie wird gleich Null, wenn der Versuch sehr lauge dauert. Ob diese Niederschläge neue Hydrate enthielten oder ob sie Gemenge von den Salzen mit 6 und 5 Aeq. HO sind, konnte ich noch nicht feststellen. (Comptes rendus, t. LX p. 429.)

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