Titel: Ein gelber krystallinischer Farbstoff, im Indigo vorkommend.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1866, Band 182/Miszelle 14 (S. 79–80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj182/mi182mi01_13

Ein gelber krystallinischer Farbstoff, im Indigo vorkommend.

Ein solcher wurde jüngst im technischen Laboratorium des schweizerischen Polytechnicums beobachtet. Hr. Crinsoz von Morges stellte zum Behufe der Indigprüfungsmethode von Ullgren, Indigblau durch Behandeln von Bengalindigo mit Weingeist und Kali und Sublimation dar. Es ergab sich zu Anfang der Erhitzung zwischen |80| zwei Uhrgläsern ein goldgelber, in feinen Nadeln anschießender Anflug, der aber, wie spätere Versuche erwiesen, sich auch aus dem rohen Bengalindigo, jedoch nicht so rein, sondern etwas vermengt mit einer mehr bräunlichen, ölartigen Flüssigkeit, erhalten läßt.

Die Temperatur der Verflüchtigung liegt bei ungefähr 130° C. Der Körper ist in kaltem Wasser kaum, in kochendem etwas mehr löslich, ohne daß er dem Wasser saure oder alkalische Reaction ertheilte. Die Lösung in Weingeist enthält sehr wenig von dem Körper, ist grüngelb gefärbt und wird entfärbt durch Natronlauge, nicht durch Ammoniak. In wässeriger Natronlauge und in concentrirter Schwefelsäure löst er sich, Wasser fällt nicht die schwefelsaure Lösung, doppelt-chromsaures Kali und Schwefelsäure verändern diese nicht. In Salpetersäure löst sich die Substanz mit hellgelber Farbe. Dieselbe enthält keinen Stickstoff, wenigstens konnte mit Natronkalk in einer freilich sehr kleinen Menge der gelben Nadeln kein solcher nachgewiesen werden. Zur Analyse wurde bis jetzt zu wenig davon erhalten. Dieser gelbe Körper ist nicht der gleiche, den Berzelius bei der Destillation von Indigroth erhielt. Jener löst sich auch in starker Aetzlauge nicht und wird durch Salpetersäure augenblicklich roth. Dr. P. Bolley. (Schweizerische polytechnische Zeitschrift, 1866, Bd. XI S. 121.)

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