Titel: Schwefelkohlenstoff gegen Insecten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1866, Band 182/Miszelle 16 (S. 176)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj182/mi182mi02_16

Schwefelkohlenstoff gegen Insecten.

In eine gut gefugte Kiste, welche man, um besseren Schluß zu bewirken, zweimal mit Schreibpapier ausklebt (besser noch würde es seyn, wenn man dieselbe mit dünnem Zinkblech auskleidete), werden die Gegenstände, welche man der Zerstörung von Insecten oder Larven ausgesetzt fürchtet, lose eingelegt, wenn es nöthig durch zwischengebrachte Latten Lufträume erhalten. Auf diese stellt man eine flache Schüssel, die man mit Hobelspänen füllt, und gießt hierauf, wenn die Kiste etwa 60 Kubikfuß Inhalt hat, etwa 1 Pfund Schwefelkohlenstoff, legt schnell den innen mit Papier bezogenen Deckel auf und verklebt die Fugen doppelt mit Streifen von Schreibpapier.

Diese Operation darf nur bei Tage vorgenommen werden, weil wegen der leichten Entzündlichkeit der Schwefelkohlenstoffdämpfe selbst auf weite Entfernung hin eine Entzündung durch eine Lichtflamme und Explosion entstehen kann. In den nächsten Tagen selbst darf man in die Kammer nicht mit Licht kommen, wo die Kiste steht, und wenn man nach 8 Tagen oder selbst nach einem Monat öffnet, soll man kein brennendes Licht in den Raum bringen.

Die Tödtung aller Insecten und ihrer Larven ist gewiß. Seit langen Jahren verpacke ich den Sommer über die Zimmerteppiche, Pelzwerk, sonstige Wollstoffe in einige große Kisten, welche mit Papier ausgeklebt sind, stelle auf den Boden der Kiste ein Schoppenglas, welches ich halb mit Terpenthinöl fülle, und verklebe die Fugen des Deckels.

Ich habe schon Pelzwerk mit eingelegt, welches, im Frühjahr auf einer Reise nach Rußland benutzt, sehr reichlich mit Motten besetzt zurückkam. Sie sowie die Brut sind alle zu Grunde gegangen und ich habe nie irgend einen Schaden durch Mottenfraß erlitten.

Im Herbst muß man freilich die Gegenstände 14 Tage auf dem Boden der Zugluft aussetzen. Der Geruch nach Schwefelkohlenstoff würde in so viel Stunden verschwinden. Aber seine so sehr große Flüchtigkeit und leichte Entzündlichkeit läßt mich seine Anwendung nicht wünschenswerth erscheinen.

Zum Schutze von Insectensammlungen schlägt Gerber eine Lösung von 10 Proc. Carbolsäure in Aether vor. Dr. Fr. Varrentrapp. (Mittheilungen für den Gewerbeverein des Herzogthums Braunschweig, 1865 S. 73)

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