Titel: Ueber Darstellung von Chromgrün; von E. Dieterich.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1866, Band 182/Miszelle 11 (S. 255)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj182/mi182mi03_11

Ueber Darstellung von Chromgrün; von E. Dieterich.

Das echte Chromgrün wird bekanntlich durch Glühen von rothem chromsauren Kali mit Schwefel dargestellt, und wird das Verhältniß dieser beiden Körper sehr verschieden angegeben.

Nach meinen Versuchen ist die erste Bedingung zur Herstellung eines schönen Chromoxyds die Verarbeitung eines möglichst eisenfreien Chromkali; eine weitere ist die, daß nicht zu viel Schwefel genommen wird und das Chromsalz nicht zu grob pulverisirt ist. Ein sehr schönes Grün erhielt ich, indem ich 5 Thle. doppelt-chromsaures Kali pulverte, durch ein Drahtsieb, sogen. Pferdepulversieb, schlug, mit 1 Thl. Schwefelblumen mischte, große hessische Tiegel zur Hälfte fest mit dieser Mischung füllte, den mit einem Ziegelstein bedeckten Tiegel in schwacher Rothglühhitze so lange erhitzte, bis keine Schwefelflamme mehr wahrgenommen wurde, dann aus dem Feuer nahm und bedeckt langsam erkalten ließ. Aus der erhaltenen graugrünen bis schwärzlichen blasigen Masse ist durch directes Auslaugen der ausgebrochenen Stücke mit heißem Wasser das schwerlösliche geglühte schwefelsaure Kali nie vollständig zu entfernen, weßhalb ich die spröde blasige Masse in eisernen Mörsern pulverte, siebte und dann erst öfters mit Wasser auskochte. Das reine Chromoxyd wurde dann auf Kastenfilter gebracht, ausgepreßt und scharf getrocknet. Die trockenen Kuchen waren leicht zerreiblich und das Pulver stellte ein dunkles, schönes, wenn auch nicht feuriges Grün dar. – Ein aus eisenhaltigem doppelt-chromsauren Kali erhaltenes Chromoxyd ist schmutzig schwarzgrün; das Eisen ist daraus am leichtesten durch Digestion mit verdünnter Salzsäure zu entfernen. Durch die Zersetzung des als Schwefeleisen gebundenen Eisens tritt Schwefelwasserstoff-Entwickelung ein, die Nüance wird lichter und frischer, zugleich geht aber etwas in der Salzsäure gelöstes Chromoxyd verloren. – Aus 5 Thln. doppelt-chromsauren Kalis erhält man 2 1/2 bis 2 3/4 Thle. reines Chromoxyd, wie es in der Porzellanmalerei angewendet wird. (Bayerisches Kunst- und Gewerbeblatt, 1866 S. 549.)

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